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Yellen versus Trump

Kommentar
Renzo Ruf, Washington
Renzo Ruf, Korrespondent in der USA, für unsere Zeitung. (Bild: pd)

Renzo Ruf, Korrespondent in der USA, für unsere Zeitung. (Bild: pd)

Lange musste sie sich den Vorwurf gefallen lassen, sie agiere zu zögerlich. Doch nun drückt Amerikas Währungs­hüterin Janet Yellen plötzlich aufs Gaspedal. Gestern verkündete das zuständige Gremium des Federal Reserve System (Fed) die zweite Zinserhöhung innerhalb von drei Monaten – und die nächsten Anpassungen werden wohl im Sommer und im Herbst folgen.

Verantwortlich für diesen Aktionismus sind die guten Nachrichten von der Front: Die grösste Volkswirtschaft der Welt läuft rund, und private Arbeitgeber schaffen munter neue Jobs. Die Arbeitslosenrate ist im Februar auf 4,7 Prozent gesunken. Und die Inflationsrate bewegt sich end­lich auf das Zielband von 2 Prozent zu. Angesichts dieser positiven Entwicklungen will Fed-Chefin Yellen verhindern, dass sich die US-Wirtschaft überhitzt oder dass sich die (anstehende) Korrektur an den Aktienmärkten zu einer neuen Krise aus­weitet. Sie strebt eine sanfte Landung an und ein jährliches Wirtschaftswachstum von rund 2 Prozent.

Damit geht die vorsichtige Volkswirtschafterin aber auf Konfrontationskurs mit der Regierung. Denn Präsident Trump hat dem Land nicht nur einen langanhaltenden ökonomischen Boom versprochen – er ist auch auf höhere Staatseinnahmen angewiesen, will er sein ehr­geiziges Wirtschaftsprogramm finanzieren und verhindern, dass die geplanten Steuersenkungen für Unternehmen und Privatpersonen das Loch in der Bundeskasse weiter vergrössern. Zwei oder gar drei Zinserhöhungen in Folge könnten dem Präsidenten nun einen Strich durch die Rechnung machen. Und den Trump-Boom wenn nicht abwürgen, dann doch auf ein Strohfeuer reduzieren.

Renzo Ruf, Washington

wirtschaft@luzernerzeitung.ch

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