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Youtube startet mit Schweizer Videoportal

Google lanciert die Seite www.youtube.ch. so sollen Schweizer Videos mehr Beachtung erhalten. Zudem können die Schweizer Youtube-Filmemacher neu von den Werbeeinnahmen profitieren.

Raffael Schuppisser
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Schweizer Youtube-Filme stehen im Mittelpunkt. KEYSTONE

Schweizer Youtube-Filme stehen im Mittelpunkt. KEYSTONE

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Google hat gestern für seine Videoplattform Youtube eine eigene Schweizer Länderseite lanciert. Auf www.youtube.ch stehen Videos im Mittelpunkt, die hierzulande hochgeladen worden sind, oder in der Schweiz besonders schnell an Popularität gewinnen. «Dadurch wird es für Nutzer einfacher, Videos mit nationaler Bedeutung zu finden», erklärt Patrick Warnking, Chef von Google Schweiz.

Gleichzeitig weitet Google auch das Youtube-Partnerprogramm auf die Schweiz aus. Damit wird es nun auch für hiesige Filmemacher i möglich, mit ihren Videos Geld zu verdienen. Youtube-Partner lassen bei ihren Videos Werbung zu und werden im Gegenzug an den damit erzielten Werbeeinnahmen beteiligt. Über die Höhe der Beteiligung schweigt sich Google aus; dem Vernehmen nach liegt sie aber bei 50 Prozent.

Vor einer über die Nutzer hereinbrechenden Werbeflut muss man sich allerdings nicht fürchten: Die den Videos vorangestellten Werbeclips lassen sich überspringen. Nur wenn sich ein Nutzer auf den Werbeclip einlässt, bezahlt der Werbeauftraggeber. Dass solche Werbeclips für die Youtube-Künstler finanziell dennoch attraktiv sein können, zeigt ein Blick auf Deutschland, wo das Partnerprogramm bereits 2008 startete. Hier hat sich eine eigene Szene gebildet mit engagierten Produzenten und kreativen Filmemacherinnen. Eine von ihnen ist Nilam Forooq, die Web-Videos zu Beauty, Fashion und Lifestyle produziert. Ihr Youtube-Kanal «Daaruum» haben 290 000 Nutzer abonniert. «Ich bin Youtuberin und kann damit meinen Lebensunterhalt verdienen», sagt die Berlinerin.

Möglich wird dies, weil immer mehr Firmen Youtube als Werbeplattform nutzen, um eine junge Käuferschicht anzusprechen. Denn diese werde dem TV zunehmen abtrünnig und schwappe auf Youtube über, ist Christoph Krachten, Geschäftsführer des Youtube-Netzwerk Mediakraft überzeugt.

Ob sich auch bald in der Schweiz professionelle Youtuber herausbilden? Andreas Briese, der für das Partnerprogramm zuständig ist, ist trotz der geringen Einwohnerzahl der Schweiz zuversichtlich: «Es steht einem ja nicht nur die Schweiz, sondern der ganze deutsche, französische oder italienische Sprachraum offen.» Allerdings müsse man sich bewusst sein, dass der Aufbau einer Community viel Arbeit bedeute und sich nicht über Nacht einstellen würde. Youtube-Millionäre, wie der koreanische Rapper Psy, dessen Video «Gangnam Style» über 1,5 Milliardenmal angesehen wurde, werden die Ausnahme bleiben.