USA
Zementriese Lafarge-Holcim freut sich über Trump – besonders über die geplante Mauer zu Mexiko

Lafarge-Holcim-Chef Eric Olsen hat den Konzern auf ein solides Fundament gestellt — und sieht Chancen in den USA, etwa dank Trumps Mauer zu Mexiko.

Fabian Hock
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Lafarge-Holcim liebäugelt mit Aufträgen in den USA, die dank Donald Trumps Ankündigungen zur Infrastrukturverbesserung entstehen könnten.

Lafarge-Holcim liebäugelt mit Aufträgen in den USA, die dank Donald Trumps Ankündigungen zur Infrastrukturverbesserung entstehen könnten.

Chris Iseli/Keystone

Beim Namen nennen will sie Eric Olsen nicht. Die Mauer. Die, die US-Präsident Trump an der Grenze zu Mexiko hochziehen will. Und für die die Mexikaner zahlen sollen. Der Chef des weltgrössten Zementkonzerns Lafarge-Holcim spricht lieber über geplante Strassen in Texas und in Denver, oder über ein Flughafenprojekt in New Orleans, wo Olsens Konzern mitmischen will. Und von der Billion Dollar, die Trump für Infrastruktur-Projekte insgesamt in Aussicht gestellt hat.

Doch auch wenn er das Wort «Mauer» nicht in den Mund nimmt, lässt er doch keinen Zweifel, dass auch Lafarge-Holcim für das potenzielle Milliardenprojekt an der Südgrenze der USA gern Zement anrühren würde. «Wir sind der grösste Zementproduzent in den USA», sagte Olsen am Donnerstag an der Bilanzmedienkonferenz des Unternehmens in Zürich. «Wir werden bei allen entscheidenden Infrastrukturprojekten in den USA mitmachen.»

Trumps Mega-Plan versüsst Lafarge-Holcims Aussichten fürs laufende Jahr. Und weil auch weitere wichtige Märkte wie Europa und Indien Gutes verheissen, gab sich Konzernchef Olsen betont entspannt. Er erwarte ein «anhaltendes Momentum» in den kommenden Monaten.

Über zwei Milliarden Gewinn

Dass Olsen den Entspannten geben konnte, hat auch mit dem zurückliegenden Jahr zu tun. Er hat es geschafft, die Post-Fusions-Schmerzen des Zementriesen zu überwinden. Das verdeutlicht ein Blick auf die Zahlen: 2016 erwirtschaftete Lafarge-Holcim einen Konzerngewinn von mehr als zwei Milliarden Franken. 2015 stand am Jahresende in Folge der Zusammenführung der schweizerischen Holcim mit der französischen Lafarge noch ein Verlust von rund zwei Milliarden Franken.

Symbolisch für die Schwierigkeiten der Integration stand die Diskussion, wie der künftige Riesen-Konzern denn heissen solle. «LafargeHolcim» galt manchen nur als eine Art Arbeitstitel, diverse Alternativen wurden unter Beobachtern herumgereicht. Unter diese Debatte zog Olsen gestern einen Schlussstrich: Einen Namenswechsel habe man in der Tat geprüft, liess er wissen. Das Vertrauen der Kunden in die bewährten Namen habe letztlich aber den Ausschlag gegeben, den bisherigen zu behalten. «Ich finde», fügte Olsen an, «Lafarge-Holcim ist ein schöner Name».

Mit dem soliden Jahresergebnis zieht der schweizerisch-französische Konzern nun auch endgültig einen Schlussstrich unter die schwierige Integrationsphase. Es gelte nun, den Konzern umzubauen, sagte Olsen.

Zementabsatz rückläufig

Lafarge und Holcim waren vormals eigenständige Zementkonzerne. Die grosse Frage nach der Fusion lautet, wie gross die Synergieeffekte sind, nachdem beide zu einem einzigen Konzern verschmolzen sind. Und hier hatte Olsen Besonderes zu verkünden: In Sachen Synergien habe man die selbst gesteckten Ziele weit übertroffen. Einsparungen von 450 Millionen Franken waren angestrebt. 638 Millionen Franken wurden es.

Trotz des insgesamt positiven Trends hat Olsen noch einige Baustellen offen. Sowohl die Absatzmengen als auch der Umsatz schrumpfte. 2016 verkaufte Lafarge-Holcim mit gut 233 Tonnen Zement rund 8,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz schrumpfte um 8,7 Prozent auf 26,9 Milliarden Franken.