Finanzen
Corona bremst Schwyzer Kantonalbank, sie liefert aber 47,1 Millionen ab

Die Corona-Pandemie hat auch Bremsspuren im Geschäftsergebnis 2020 der Schwyzer Kantonalbank hinterlassen. Geringere Erträge und höhere Wertberichtigungen auf Beteiligungen schmälerten den Gewinn.

Jürg Auf der Maur
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CEO Peter Hilfiker (links) stellte zum letzten Mal den Geschäftsbericht vor. Der neue Bankratspräsident August Benz ist zum ersten Mal dabei.

CEO Peter Hilfiker (links) stellte zum letzten Mal den Geschäftsbericht vor. Der neue Bankratspräsident August Benz ist zum ersten Mal dabei.

Bild: PD

Die Medienkonferenz der Kantonalbank war, so Pressesprecher Peter Geisser, «gleichzeitig eine Premiere und eine Derniere». Während Bank-Präsident August Benz zum ersten Mal daran teilnahm, war es für CEO Peter Hilfiker der letzte Auftritt. Er geht Ende März nach zehn Jahren in Pension. «Mit einem lachenden und einem weinenden Auge», wie er ausführte. Er freue sich jedenfalls, dass er ein erfolgreiches Haus übergeben werden kann.

«Es war der beste Entscheid meines Lebens, als ich vor zehn Jahren vom Aargau in den Kanton Schwyz zog und die Aufgabe bei der Kantonalbank in Angriff nahm.»

Heute sei die Bank «so stabil und gewinnbringend wie nie zuvor», freute sich Hilfiker und erhielt gleichzeitig den Dank von Verwaltungsratspräsident August Benz. Zum sehr guten Gesamteindruck zählt nicht zuletzt das Geschäftsjahr 2020. Zwar wirkte sich die Corona-Pandemie leicht bremsend aus, das Ergebnis kann sich aber durchaus sehen lassen.

Die SZKB erzielte einen Jahresgewinn von 75,2 Millionen Franken. Das Kommissions- und Anlagegeschäft entwickelte sich sehr erfreulich, und das Depotvolumen (8215 Millionen) erreichte eine neue Rekordmarke. Die Bilanzsumme überschritt zum ersten Mal die 21-Milliarden-Grenze. Inklusive Jahresgewinn konnte das Eigenkapital auf knapp unter zwei Milliarden Franken ausgebaut werden. Obwohl das Geschäftsvolumen zunahm, ging der Brutto-Zinserfolg um 2,7 Millionen (1,5 Prozent) auf 176,3 Millionen zurück. Die Kundenausleihungen konnten um 3,3 Prozent auf 15 881,3 Millionen Franken erhöht werden. Die Kundengelder stiegen um 1190 Millionen auf 14 353 Millionen. 36 von 47,1 Million Franken fliessen in die Staatskasse. So ergibt sich ein verteilbarer Bilanzgewinn von 75,2 Millionen Franken. Die Gesamtablieferung an den Kanton wird auf 47,1 Millionen Franken beziffert. 28 Millionen werden der allgemeinen gesetzlichen Reserve der Bank überwiesen.

KMU sollen sich Gedanken über dünne Basis machen

Die durch die Covid-Pandemie verursachten wirtschaftlichen Verwer-fungen führten in einzelnen Branchen zu einem Anstieg der Kreditrisiken. Das führten SZKB-Präsident August Benz und CEO Peter Hilfiker an der gestrigen Medienkonferenz aus. Die SZKB, so Hilfiker, überwache die Entwicklung aktiv und habe auch spezifische Risikomassnahmen umgesetzt. Er rechnet in den nächsten Jahren mit höheren Kreditausfällen, die jedoch gemäss aktuellem Informationsstand gut durch das operative Ergebnis aufgefangen werden könnten. Zudem verfüge die SZKB mit Wertberichtigungen und Rückstellungen für latente Ausfallrisiken von 141,3 Millionen Franken über einen hohen Puffer zur Verlustabsorbierung. Von einer generellen Erhebung von Negativzinsen ist denn auch trotz dem harzigen Umfeld keine Rede. In Einzelfällen würden solche Zinsen erhoben. Hilfiker: «Wir sind der Meinung, dass es immer besser ist, das Geld zu investieren als zu lagern», so der SZKB-CEO. Einen grossen Pluspunkt kann Hilfiker der Corona-Krise trotz allem für die Bank abgewinnen. Die Schwyzer Kantonalbank freue sich, wie alle anderen Banken auch, über einen eigentlichen Imagewandel.

«Wir werden als Teil der Lösung, nicht als des Problems wahrgenommen.»

Dazu beigetragen haben nicht zu-letzt die rund 111,5 Millionen Franken Covid-Kredite, die an Kunden ausbezahlt werden konnten. Diese gingen prioritär an Firmen in den Bezirken Höfe, Schwyz und March. Eine überwiegende Mehrheit der Kunden, so zeige eine Umfrage der Schwyzer Kantonalbank, sei nicht stark gefährdet.Die Umfrage zeigte nämlich, dass viele Covid-Kredite beantragt, aber nicht unbedingt gebraucht wurden. Hilfiker: «Sie wurden offenbar nach dem Motto ‹Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste› beantragt.» «Im März 2020 wusste niemand, was genau mit der Wirtschaft passiert», wies August Benz Ansichten zurück, es sei zu Beginn der Covid-Krise einfach zu stark dramatisiert worden. Er hoffe aber «sehr», so wiederum Hilfiker, dass «sich viele KMU nun Gedanken gemacht haben, wie dünn ihre Liquiditätsbasis ist und daraus ihre Lehren für die Zukunft gezogen haben».

Handel hatte Kredite nötiger als die Gastro-Szene

Von der Krise betroffen sind die Schwyzer KMU jedenfalls sehr unterschiedlich. Das ist ein weiteres Resultat einer Umfrage der Schwyzer Kantonalbank. So wurde untersucht, wo die Covid-Kredit-Millionen hinflossen. Die meisten Kredite, rund 23 Millionen Franken, brauchte der Handel. Rund 17 Millionen wurden dem verarbeitenden Gewerbe und weitere rund 14 Millionen Franken dem Baugewerbe zugänglich gemacht. Erst dann folgen das Gastgewerbe und die Hotellerie. Hier flossen 2020 rund 12 Millionen Franken in Form von Covid-Krediten.

KMU sollen sich Gedanken über dünne Basis machen

Die durch die Covid-Pandemie verursachten wirtschaftlichen Verwerfungen führten in einzelnen Branchen zu einem Anstieg der Kreditrisiken. Das führten SZKB-Präsident August Benz und CEO Peter Hilfiker an der gestrigen Medienkonferenz aus. Die SZKB, so Hilfiker, überwache die Entwicklung aktiv und habe auch spezifische Risikomassnahmen umgesetzt.

Er rechnet in den nächsten Jahren mit höheren Kreditausfällen, die jedoch gemäss aktuellem Informationsstand gut durch das operative Ergebnis aufgefangen werden könnten. Zudem verfüge die SZKB mit Wertberichtigungen und Rückstellungen für latente Ausfallrisiken von 141,3 Millionen Franken über einen hohen Puffer zur Verlustabsorbierung.

Von einer generellen Erhebung von Negativzinsen ist denn auch trotz dem harzigen Umfeld keine Rede. In Einzelfällen würden solche Zinsen erhoben. Hilfiker: «Wir sind der Meinung, dass es immer besser ist, das Geld zu investieren als zu lagern», so der SZKB-CEO.Einen grossen Pluspunkt kann Hilfiker der Corona-Krise trotz allem für die Bank abgewinnen. Die Schwyzer Kantonalbank freue sich, wie alle anderen Banken auch, über einen eigentlichen Imagewandel. «Wir werden als Teil der Lösung, nicht als des Problems wahrgenommen.»

Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die rund 111,5 Millionen Franken Covid-Kredite, die an Kunden ausbezahlt werden konnten. Diese gingen prioritär an Firmen in den Bezirken Höfe, Schwyz und March. Eine überwiegende Mehrheit der Kunden, so zeige eine Umfrage der Schwyzer Kantonalbank, sei nicht stark gefährdet. Die Umfrage zeigte nämlich, dass viele Covid-Kredite beantragt, aber nicht unbedingt gebraucht wurden. Hilfiker: «Sie wurden offenbar nach dem Motto ‹Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste› beantragt.» «Im März 2020 wusste niemand, was genau mit der Wirtschaft passiert», wies August Benz Ansichten zurück, es sei zu Beginn der Covid-Krise einfach zu stark dramatisiert worden. Er hoffe aber «sehr», so wiederum Hilfiker, dass «sich viele KMU nun Gedanken gemacht haben, wie dünn ihre Liquiditätsbasis ist und daraus ihre Lehren für die Zukunft gezogen haben». Handel hatte Kredite nötiger als die Gastro-Szene Von der Krise betroffen sind die Schwyzer KMU jedenfalls sehr unterschiedlich. Das ist ein weiteres Resultat einer Umfrage der Schwyzer Kantonalbank. So wurde untersucht, wo die Covid- Kredit-Millionen hinflossen. Die meisten Kredite, rund 23 Millionen Franken, brauchte der Handel. Rund 17 Millionen wurden dem verarbeitenden Gewerbe und weitere rund 14 Millionen Franken dem Baugewerbe zugänglich gemacht. Erst dann folgen das Gastgewerbe und die Hotellerie. Hier flossen 2020 rund 12 Millionen Franken in Form von Covid-Krediten.