Finanzen
Zuger Kantonalbank setzt ihren Erfolgskurs fort

Die Coronapandemie hat im Jahresergebnis der Zuger Kantonalbank keine Spuren hinterlassen. Der Gewinn liegt auf Vorjahresniveau, zudem konnte die Bank in für sie wichtigen Bereichen zulegen.

Christopher Gilb
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CEO Pascal Niquille (links) und Finanzchef Andreas Janett vor dem Hauptsitz der Zuger Kantonalbank am Zuger Postplatz.

CEO Pascal Niquille (links) und Finanzchef Andreas Janett vor dem Hauptsitz der Zuger Kantonalbank am Zuger Postplatz.

Bild: Matthias Jurt (28. Januar 2021)

Ein gutes Ergebnis in einer anspruchsvollen Zeit. So fasste Pascal Niquille an seinem letzten Mediengespräch als CEO der Zuger Kantonalbank (Zuger KB) am Donnerstag das Jahresergebnis des Geldhauses zusammen. Niquille geht auf 1. März nach elf Jahren im Amt in Pension und wird durch Hanspeter Rhyner ersetzt, den vormaligen CEO der Glarner Kantonalbank.

Die Zuger KB konnte im Krisenjahr 2020 ihr Vorjahresergebnis praktisch wiederholen: Der Gewinn liegt mit 74,8 Millionen Franken auf Vorjahresniveau (2019: 74,7). Der Geschäftserfolg beträgt 104,5 Millionen Franken. Damit fällt er um 2,5 Prozent tiefer aus. Grund dafür ist, dass die Abgeltung der Staatsgarantie neu nicht mehr über die Gewinnverwendung, sondern über den Geschäftsaufwand verbucht wird. Die Aktionäre können sich nun auf eine Dividende von 145 Franken pro Aktie freuen, zudem wird es wie auch 2020 zusätzlich eine Ausschüttung aus den Reserven aus steuerbefreiten Kapitaleinlagen von 75 Franken pro Aktie geben. Die diesjährige Generalversammlung am 8. Mai 2021 findet aber aufgrund der Pandemie erneut ohne persönliche Teilnahme der Aktionäre statt.

Abhängigkeit vom Zinsgeschäft reduziert

Als besonders erfreulich bezeichnete Niquille in Bezug aufs vergangene Jahr den Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, dieser ist mit 54,4 Millionen Franken 10,8 Prozent höher als im Vorjahr ausgefallen. Für die Bank sind diese Einnahmen beispielsweise aus Vermögensverwaltungsmandaten wichtig, um die Abhängigkeit vom Zinsgeschäft zu reduzieren. Strategiekonform würden die sogenannt indifferenten Beiträge nun bereits ein Drittel des Gesamtertrags ausmachen, so Niquille. Den Wert des betreuten Depotvermögens konnte die Bank 2020 um 5,7 Prozent auf 13,4 Milliarden Franken erhöhen.

Auch das Kreditgeschäft entwickelte sich mit einem Netto-Wachstum von 318,8 Millionen Franken positiv. Die Finanzierung von Wohneigentum im Wirtschaftsraum Zug bleibe eine wichtige Basis für langfristige Kundenbeziehungen. Ihr Eigenheimgeschäft konnte die Bank 2020 um 209 Millionen Franken ausbauen. Insgesamt zeige sich, dass die gute Verfassung des Zuger Immobilienmarkts auch in der Coronakrise unangetastet geblieben sei, und die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden dort durch die Pandemie nur noch verstärkt werde. Die gute Verfassung des Zuger Immobilienmarkts stimmt die Bank auch fürs laufende Jahr zuversichtlich. Im Vergleich zum Vorjahr erzielte die Bank mit 148,9 Millionen Franken einen um 0,9 Prozent höheren Erfolg aus dem Zinsengeschäft.

Eigenmittel erneut erhöht

Erhöhen konnte die Bank auch ihre eigenen Mittel um 0,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken, wie Finanzchef Andreas Janett ausführte. Damit übertrifft die Bank die regulatorischen Eigenmittelvorschriften deutlich. Denn die Zuger KB wird neu von der Finanzmarktaufsicht, da die Bilanzsumme die 15-Milliarden-Marke übersteigt, nicht mehr als Kategorie-4-, sondern als Kategorie-3-Bank eingestuft. 2020 wuchs die Bilanzsumme der Zuger KB erneut um 1,2 Milliarden und beträgt nun 16,9 Milliarden Franken. Als Kategorie-3-Bank gilt sie nun als grosser und komplexer Marktteilnehmer mit bedeutendem Risiko. Entsprechend höher sind die Vorschriften ans Eigenkapitalpolster.

In der anschliessenden Fragerunde waren auch die Negativzinsen ein Thema. Niquille bekräftigte, dass die Zuger KB im Gegensatz zu teils anderen Banken weiterhin keine Limite habe, sondern jeden Fall einzeln anschaue.

«Wer gleichzeitig einen grossen Vermögensverwaltungsauftrag mit uns abgeschlossen hat, kann beispielsweise auch für einige Monate einen grösseren Betrag auf seinem Konto liegen haben, ohne dafür Negativzinsen zahlen zu müssen.»

Der Frage, ob nun zunehmend Kunden von anderen Banken wegen dortigen Negativzinsen nach Zug wechseln würden, beantwortete er indirekt, indem er sagte: «Darauf, dass andere Banken die Schwelle für Negativzinsen senken und auch Anleitungen publiziert werden, wie man diese vermeiden kann, sind wir vorbereitet, da wir grössere Geldeingänge regelmässig überprüfen.»