ZMP-Delegiertenversammlung
geprägt von der Hochdorf-Beteiligung

Trotz jüngster Querelen um Hochdorf, die diesjährige Delegiertenversammlung der Zentralschweizer Milchproduzenten ist in geordneten Bahnen verlaufen.

Raphael Bühlmann
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Laut Mitteilung der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) stimmten die Delegierten allen Anträgen des Vorstandes zu. Zu reden gab vor allem das Thema Hochdorf. Der Wahlkreis Entlebuch stellte an der Versammlung die Forderung, dass die zukünftige Beteiligungsstrategie gut durchdacht und auch mit den Mitgliedern diskutiert werden müsse. Auch die Kommunikation von der ZMP Invest AG bis auf Stufe Delegiertenversammlung müsse verbessert werden.

Thomas Oehen, Präsident ZMP, nahm das Votum wohlwollend auf. Das Thema stosse bei ZMP-Führungsorganen auf offene Ohren. Er informierte, dass bereits geplant ist, dass der Vorstand das Thema an seinem Strategieseminar bearbeiten wird. Die Strategie werde zum gegebenen Zeitpunkt auch mit den Mitgliedern diskutiert. Unbestritten ist, dass Hochdorf als zweitwichtigster Milchkäufer der ZMP (rund 15 Prozent im 2018) und drittgrösste Molkerei des Landes eine sehr grosse Bedeutung habe.

Präsident Oehen stellte dabei nochmals klar, dass es den ZMP nicht darum geht, die Firma zu kontrollieren. Hochdorf soll erfolgreich und künftig ein wettbewerbsfähiger Milchverarbeiter sein. In die neue Führungscrew habe man das notwendige Vertrauen. Diese müsse nun die nötige Zeit haben, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Denn die Herausforderungen sind gross, kurzfristig seien deshalb auch kaum Erfolge zu erwarten.

Wegen Emmi-Dividende: +3,5 Rappen Milchpreis

Pirmin Furrer, Geschäftsführer der ZMP, informierte über die aktuelle Situation am Milchmarkt. Grosse Sprünge beim Milchpreis seien in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Weiter stellte er die Anforderungen des neuen Nachhaltigkeitsstandards für Schweizer Milch vor. Die Einführung soll per 1. September 2019 erfolgen. Die Milchproduzenten müssen dabei zehn Grundanforderungen und zwei Zusatzanforderungen erfüllen, um das Niveau des neuen Nachhaltigkeitsstandards zu erreichen. 

Ebenfalls Thema war die an der Generalversammlung der Emmi AG beschlossene Dividendenausschüttung von 9 Franken pro Namenaktie. Somit erhalten die ZMP-Mitglieder 3,5 Rappen pro Kilogramm im Jahr 2018 produzierte Milch. Gemäss Pirmin Furrer erfolgt die Rückvergütung Ende Mai 2019 und macht für einen Durchschnittsbetrieb ZMP (ca. 160000 Kilogramm produzierte Jahresmenge 2018) rund 5600 Franken aus.