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ZÜRICH: Betriebsgewinn der Kuoni Group bricht wegen Sondereffekten ein

Der Reisedienstleister Kuoni Group hat 2016 einen viermal kleineren Betriebsgewinn erwirtschaftet als noch 2015. Allerdings ist das Ergebnis nach dem Verkauf an die schwedische EQT stark von Sondereffekten geprägt.
Der Reisekonzern Kuoni hat am Donnerstag Gespräche für eine mögliche Übernahme durch die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT bestätigt. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/PETRA OROSZ)

Der Reisekonzern Kuoni hat am Donnerstag Gespräche für eine mögliche Übernahme durch die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT bestätigt. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/PETRA OROSZ)

Der Betriebsgewinn (EBIT) von Kuoni fiel 2016 von 81,2 Millionen auf 20,9 Millionen Franken. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den Kuoni am Dienstag publizierte. Bei den einzelnen Divisionen sind indes unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten.

Die Veröffentlichung ist einer noch laufenden Obligation zu verdanken - denn Kuoni ist seit dem Verkauf an die Beteiligungsgesellschaft EQT nicht mehr an der Börse gelistet.

Der Bericht zeigt zahlreiche Sondereffekte. Diese illustrieren die bewegte Zeit, die Kuoni hinter sich hat. Mit 25,5 Millionen Franken zu Buche schlugen Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme im letzten Jahr durch EQT und die vorherige Ankeraktionärin Kuoni Hugentobler Stiftung, die noch einen Minderheitsanteil hält.

Reorganisationskosten belasteten das Ergebnis mit 10,6 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte noch der Verkauf des Hauptsitzes mehr Geld in die Kasse gespült, als durch Restrukturierungskosten weggefressen wurden.

Radikaler Umbau

Beim Reingewinn zeigen sich zumindest im Vorjahresvergleich noch die Spuren des Umbaus vom grössten Schweizer Reiseunternehmen zu einem Reisedienstleister. Der Verkauf des Reiseveranstaltergeschäfts bescherte Kuoni 2015 einen Verlust von 294,2 Millionen Franken. 2016 konnte Kuoni unter dem Strich nun wieder einen Gewinn von 4,1 Millionen Franken ausweisen.

Seit dem radikalen Konzernumbau besteht Kuoni noch aus drei Teilen: In Dubai werden im Auftrag von Regierungen Visa-Anträge bearbeitet. Von London aus bietet Kuoni Dienstleistungen wie Übernachtungen, Transfers oder Exkursionen für andere Reiseunternehmen an. Und von Zürich aus werden Gruppenreisen meist an asiatische Reiseveranstalter verkauft.

Der Umsatz mit diesen drei Geschäftsbereichen schrumpfte 2016 um rund 2 Prozent auf 3,3 Milliarden Franken. Allerdings gibt es markante Unterschiede zwischen den Geschäftsbereichen.

Visabearbeitung steigert Profit erneut

Die gemessen am Umsatz kleinste, aber eindeutig lukrativste Division mit der Visabearbeitung hat sich auch im vergangenen Jahr prächtig entwickelt. Der Umsatz kletterte um 10 Prozent auf 347,7 Millionen Franken. Davon blieben mit 73,4 Prozent fast drei Viertel als Bruttogewinn übrig. 2015 waren es noch 71,2 Prozent.

Der Betriebsgewinn schoss in der Folge um 12 Prozent auf 60,6 Millionen Franken hoch. Mit 4139 Mitarbeitern im Jahresdurchschnitt (+ 5 Prozent) arbeitet fast die Hälfte der 8309 Konzernmitarbeitern in dieser Sparte.

Die umsatzmässig grösste Division, der Grosshandel mit Hotelübernachtungen, steigerte den Umsatz zwar um 2 Prozent auf 2 Milliarden Franken. Doch der Preisdruck nagte an der Marge. Dazu kamen Restrukturierungskosten. Operativ brachte das Geschäft gerade noch 0,2 Millionen Franken ein, nach 48 Millionen Franken im Vorjahr.

Das eigentliche Sorgenkind bildet aber das Geschäft mit Gruppenreisen. Der Umsatz sackte um 13 Prozent auf 916,5 Millionen Franken ab. Der Verlust halbierte sich - nach einer Reorganisation im Vorjahr mit entsprechenden Kosten - auf 22,5 Millionen Franken. Der neue Chef Reto Wilhelm, der das Geschäft seit März führt, soll nun die eingeleitete Neuausrichtung vorantreiben.

Holdingdach bald weg

Laut Kuoni-Verwaltungsratspräsident Ulf Berg haben die drei Sparten miteinander relativ wenig zu tun. Die Divisionen sollten deshalb möglichst als unabhängige Unternehmen agieren können, sagte er am Samstag der "Schweiz am Wochenende". Dieser Prozess sei schon weit fortgeschritten. Schon im Oktober werde die Holding inhaltlich nicht mehr existent sein, formal würden ein paar Aufgaben übrig bleiben.

Künftig könnte einer der drei Geschäftsbereiche abgespaltet werden. Zwar hat sich EQT beim Unternehmenskauf verpflichtet, die drei Teile mindestens fünf Jahre lang zu halten. Danach gibt es aber sogenannte "Exit-Optionen". Konkret bedeutet das, dass ab dann einer der drei Geschäftsbereiche verkauft oder an die Börse gebracht werden könnte.

Berg liess in dem Interview offen, wann EQT vollständig aus Kuoni aussteigen könnte. "In jeder Phase der Unternehmensentwicklung fragen wir uns: Wer ist der beste Eigentümer?", sagte er.

sda

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