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ZÜRICH: Die UBS denkt längerfristig

Konzernchef Sergio Ermotti präsentiert gute Halbjahreszahlen. Die UBS hat aber ein Kostenproblem. Hier will der Bankchef ansetzen.
Daniel Zulauf

Daniel Zulauf

Wenn ein CEO über das nächste Quartal hinausdenkt, ist das prinzipiell ein gutes Zeichen – speziell in der Finanzbranche, in der sich derzeit nur wenige einen solchen Luxus leisten können. UBS-Chef Sergio Ermotti ist zweifellos im Kreis der privilegierten Bankmanager angekommen. Fünf Jahre nachdem sich die führende Schweizer Bank einem Grossumbau unterzogen hatte, generiert das Institut auch in schwierigen Zeiten solide Gewinne. Beweis dafür sind die Geschäftszahlen im zweiten Quartal, die nicht nur deutlich über den Erwartungen der Finanzanalysten ausgefallen sind, sondern auch absolut robuste Werte darstellen.

Tiefer als in der Vorjahresperiode

Der Dreimonatsgewinn von einer Milliarde Franken fällt zwar 15 Prozent niedriger aus als in der gleichen Periode des Vorjahres. Aber damals herrschte auf dem chinesischen Finanzmarkt noch eine euphorische Stimmung, die mit dem Aktienmarktcrash vor genau einem Jahr abrupt zu Ende ging.

Von den 935 Milliarden Franken, welche die UBS ausserhalb Amerikas für vermögende Privatkunden verwaltet, stammt nahezu jeder dritte Franken aus Asien. Der dortige Stimmungseinbruch hat dem Flaggschiff des UBS-Konzerns, der sogenannten Wealth Management Division, das Quartal tüchtig verhagelt. Der Vorsteuergewinn ist im Jahresvergleich der beiden Quartale um 31 Prozent auf 518 Millionen Franken eingebrochen. Auch im Vergleich zum ersten Quartal des laufenden Jahres ergab sich ein Rückgang um 7 Prozent.

Investment Bank: Weniger Gewinn

Auch die Investment Bank bekam den Stimmungsumschwung in den aufstrebenden Märkten des Fernen Ostens schmerzlich zu spüren. Im Kundenhandel mit Aktien gingen die Erträge um 22 Prozent zurück. Teilweise kompensiert wurde der Ausfall durch höhere Umsätze im Devisenhandel. Aber alles in allem blieb die Investment Bank mit einem Vorsteuergewinn von 284 Millionen Franken im Berichtsquartal fast 50 Prozent unter Vorjahr.

Schweiz läuft gut

Im Schweizer Heimmarkt glänzte die UBS mit einem Spitzenresultat. Der Quartalsgewinn von 463 Millionen Franken ist der beste Ausweis seit Herbst 2008. In der existenziellen Krise, in der sich die UBS damals befand, war das Schweizer Geschäft einer der wenigen Lichtblicke im Konzern. Inzwischen steht die Bank einschliesslich seiner US-Division und dem Asset-Management auf fünf soliden Pfeilern, die in schwierigen Zeiten auch gegenseitig einen Ausgleich schaffen können.

In dieser komfortablen Lage denkt Sergio Ermotti über Probleme nach, deren Lösung erst in der ferneren Zukunft realistisch erscheint. Die ständige Zunahme der finanziellen Belastungen durch Kapital- und andere regulatorische Auflagen mache mehr Kooperationen in der Finanzindustrie erforderlich, ohne dass diese gleich in aufsichtsrechtlich problematischen Fusionen oder Übernahmen münden müssten, sagte er gestern in einer Telefonkonferenz. Es gebe zahlreiche Funktionen, die von den meisten Banken sehr ähnlich ausgeführt würden, erklärte Ermotti und verwies auf Tätigkeiten in der Kredit- und Wertschriftenverwaltung, aber auch auf die Überwachungsaufgaben im Bereich der Geldwäscherei: «Wir müssen uns in der Industrie überlegen, wie wir auf die nächste Stufe gelangen.» Viele Banken seien derzeit noch mit der Lösung kurzfristiger Probleme beschäftigt, aber das Thema sei bereits Gegenstand von Gesprächen, die sich mit der Entspannung der wirtschaftlichen Situation in den nächsten zwei bis drei Jahren konkretisieren könnten.

Höhere Rendite muss her

Ermotti hat das Kostenproblem im eigenen Haus. Obwohl der Konzern den Geschäftsaufwand schleift und das Ziel eines jährlichen Kostenabbaus von 2,1 Milliarden Franken ab Ende 2017 zu zwei Dritteln erreicht hat, kann er den Aktionären nicht so viel versprechen, wie er möchte. Die UBS würde den Investoren gerne eine Rendite auf dem Eigenkapital von mindestens 15 Prozent offerieren. Im Berichtsquartal reichte es (aufs Jahr hochgerechnet) für 10,1 Prozent. Um das Ziel zu erreichen müsste die UBS dereinst mindestens 7 Milliarden Franken im Jahr verdienen. So viel gab es zuletzt im Jahr 2010. Im laufenden Jahr wird man das Ziel bei weitem verfehlen.

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