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ZUG: Finanztechnologie-Start-up Monetas in finanziellen Schwierigkeiten

Johann Gevers ist angetreten, um mit seinem Start-up Monetas die Finanzbranche umzukrempeln. Nun ist sein Unternehmen in Schieflage geraten, und der Streit um die Blockchain-Firma Tezos belastet seinen Ruf. Der Fintech-Unternehmer verteidigt sich.
Roman Schenkel
Johann Gevers, einer der beiden Gründer von Monetas.

Johann Gevers, einer der beiden Gründer von Monetas.

Der Mann ist nicht zu beneiden. Johann Gevers führt derzeit einen Zweifrontenkrieg. Auf der einen Seite kämpft der in Zug bekannte Fintech-Unternehmer um seinen guten Ruf. Seit ein paar Wochen liegt Gevers mit den Gründern der Blockchain-Firma Tezos in einem heftigen Streit. Das Paar Kathleen und Arthur Breitman wirft Gevers vor, er habe sich einen Bonus aus den Einnahmen einer Finanzierungsrunde auszahlen wollen (Ausgabe vom 26. Oktober).

Die Breitmans hatten Gevers als Präsidenten des Stiftungsrates der Firma eingesetzt, der bei ihrem Initial Coin Offering (ICO)rekordhohe 232 Millionen Dollar in Bitcoin und anderen Kryptowährungen zugeflossen sind. Nun wollen sie Gevers loswerden.

Auf der anderen Seite kämpft der Südafrikaner um seine Firma Monetas mit Sitz in Zug. Das Fintech-Unternehmen bietet eine Plattform an, auf der alle Arten von Vermögenswerten transferiert werden können. Doch Monetas ist in ­Turbulenzen geraten. Letzte Woche hat Gevers die Investoren per Brief über fehlende finanzielle Mittel informiert. «Es ist sehr enttäuschend, dass uns die Mittel fehlen, interessante Geschäftsmöglichkeiten auszuschöpfen», schrieb er. Er habe die meisten seiner Angestellten entlassen müssen und beschäftige nur noch ein Kernteam, das auf Auftragsbasis arbeite. Wie viele Leute er entlassen musste und wie viele noch für ihn arbeiten, will Gevers auf Anfrage nicht sagen. «Praktisch jedes Start-up erlebt diverse Krisen und finanzielle Engpässe, und das ist bei uns nicht anders gewesen», erklärt er. Diese Herausforderungen seien extrem hart. «Die meisten überleben es nicht», so Gevers.

Erste Einnahmen dank einem neuen Vertrag

Gevers tönt aber an, dass sich Monetas erholen und der Investorenbrief schon wieder überholt sein könnte. «Wir haben gerade dieser Tage unseren ersten kommerziellen Vertrag abgeschlossen.» Über den Vertragspartner und das Volumen will er nicht sprechen. «Nun fliessen aber unsere ersten Einnahmen, und wir können stolz sein, den Turn-around geschafft zu haben.»

Dass die finanziellen Schwierigkeiten bei Monetas mit den eingangs erwähnten Streitigkeiten bei Tezos verbunden sind, verneint Gevers vehement: «Es gibt keinerlei Zusammenhang.» Die in den USA ansässigen Breitmans würden mit allen Mitteln versuchen, die Kontrolle über die Stiftung, die er präsidiert, zu erlangen. «Da dies gegen das schweizerische Gesetz und gegen die öffentlichen Versprechen gegenüber den Stiftungsspendern verstösst, wehre ich mich dagegen», sagt Gevers. Die gegen seine Person geäusserten Vorwürfe seien «falsch, substanzlos und verleumderisch». Er vertraue darauf, dass die Schweizer Behörden – nament­lich die Eidgenössische Stiftungsaufsicht und die Finanzmarktaufsicht Finma – dafür sorgen werden, dass alles rechtens läuft und dass die «Schmutzaktionen der Breitmans» scheitern.

Die mittels ICO eingesammelten Millionen würden sich in der Schweiz in einem digitalen Multi-signature Wallet befinden. Das entspreche einem Bankkonto mit Kollektivunterschrift. Dort sei das Geld sicher. «Allerdings nur so lange, wie die Breitmans nicht die Kontrolle über die Stiftung erlangen», sagt Gevers.

Roman Schenkel

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