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ZUG: Fintech wird erwachsen

Die Fintech-Branche ist gekommen, um zu bleiben. Die Banken haben erkannt, dass sie auf die jungen Wilden angewiesen sind – umgekehrt gilt das aber auch.
Maurizio Minetti
Das Institut für Finanzdienstleistung Zug IFZ der Hochschule Luzern hat zum dritten Mal eine umfassende Bestandesaufnahme des Schweizer FinTech-Markts vorgenommen. Präsentiert wird sie von Thomas Ankenbrand. (Bild: Dominik Wunderli (Zug, 28. Februar 2018))

Das Institut für Finanzdienstleistung Zug IFZ der Hochschule Luzern hat zum dritten Mal eine umfassende Bestandesaufnahme des Schweizer FinTech-Markts vorgenommen. Präsentiert wird sie von Thomas Ankenbrand. (Bild: Dominik Wunderli (Zug, 28. Februar 2018))

Maurizio Minetti

Bis vor einigen Jahren war «Fintech» ein Begriff für Insider. Diese Bezeichnung für die Verschmelzung von Finanzindustrie und Technologie schien zu abstrakt für Massenmedien. Doch das hat sich spätestens 2017 geändert. Die Schweizer Presse hat dem Thema letztes Jahr rund 2000 Artikel gewidmet. Zum Vergleich: 2014 waren es lediglich ein paar Dutzend.

Keine Frage – Fintech ist im Mainstream angekommen. Das zeigt sich etwa daran, dass Bundesräte, Konzernchefs und Regulatoren immer wieder betonen, wie wichtig es gerade für den Bankenplatz Schweiz sei, diesen Trend nicht zu verpassen. Aktuelle Zahlen bestätigen, dass es immer mehr Unternehmen in der Schweiz gibt, die sich mit Fintech beschäftigen. Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern (IFZ) hat zum dritten Mal eine umfassende Bestandesaufnahme des Schweizer Fintech-Markts vorgenommen. Die am Mittwoch vorgestellte Studie (siehe Box) zeigt, dass sich die Schweiz zu einem global führenden Fintech-Zentrum entwickelt hat, besonders für Unternehmen im Bereich Blockchain und Kryptowährungen.

2015 waren hierzulande 162 Firmen im Fintech-Sektor aktiv, heute sind es 220. Die durchschnittliche Grösse der Unternehmen, gemessen an der Anzahl Vollzeitmitarbeiter wie auch an der Kapitalisierung, hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. «Die Branche ist nicht nur reifer geworden, sie wird auch als reifer wahrgenommen: Der Hype ist Realität geworden», sagt Studienleiter Thomas Ankenbrand.

Traditionelle Banken mischen mit

Das haben mittlerweile auch die traditionellen Banken begriffen. Versuchten sie sich früher von Fintechs abzugrenzen, gehen die Finanzinstitute mittlerweile vermehrt Kooperationen mit ihnen ein oder beteiligen sich an ihnen. Ganz nach dem angelsächsischen Motto «If you can’t beat them, join them». Sprich: Wenn du sie nicht schlagen kannst, verbünde dich mit ihnen.

Umgekehrt suchen auch Fintechs die Nähe zu den Alteingesessenen, um so einen weiteren Entwicklungsschritt zu machen. Wie der ebenfalls dieser Tage veröffentlichte World Fintech Report zeigt, ist Partnerschaft das neue Paradigma der Branche. Fintechs müssten demnach auf Kooperationskurs mit den traditionellen Finanzinstituten gehen, um selber erfolgreich zu sein, heisst es in der Studie, die vom IT-Berater Capgemini und dem Businessnetzwerk LinkedIn herausgegeben wurde. Die symbiotische Zusammenarbeit von Fintechs und Finanzinstituten betone die komplementären Stärken beider Seiten.

Dass Fintech im Trend liegt, haben aber auch traditionelle Software-Unternehmen begriffen, die schon seit Jahrzehnten im Bankenumfeld tätig sind. Sie geben sich mit dem Ausdruck Fintech einen modernen Anstrich, obschon sich ihr Geschäftsmodell nicht grundlegend verändert hat. So nennt sich beispielsweise der schweizweit führende Bankensoftware-Hersteller Avaloq seit einigen Jahren «ein international führendes Fintech-Unternehmen». Früher war Avaloq schlicht «der Schweizer Marktführer für integrierte Bankensoftware-Lösungen».

Zug zieht Fintech-Firmen an

In der 143-seitigen Studie gehen die Autoren auch der Frage nach, warum in der Schweiz – und im Speziellen in Zug – das sogenannte Crypto Valley entstehen konnte. Der Ausdruck bezeichnet die Ansammlung von Unternehmen, die sich mit der Blockchain-Technologie beschäftigen. Dieses dezentralisierte Register, mit dem Besitz- oder Grundrechte verwaltet werden können, könnte dereinst viele Branchen auf den Kopf stellen.

Gründe für das Aufblühen des Crypto Valley sind laut den IFZ-Studienautoren die exzellenten Rahmenbedingungen, die Ansammlung innovativer Unternehmer, proaktive Behörden und die Existenz führender Forschungsinstitute.

Trotz Boom sehen sich Schweizer Fintech-Unternehmen gemäss der IFZ-Studie aber auch mit Herausforderungen konfrontiert. Als grösstes Hindernis wird die Schwierigkeit genannt, neue Kunden zu finden. Trotzdem erwartet Studienleiter Thomas Ankenbrand, dass sich der positive Trend auch im laufenden Jahr fortsetzen wird. Dazu gehörten noch höhere Unternehmenswerte, weitere Jobs in der Branche sowie die Stärkung bestimmter Fintech-Produkte.

2015 waren hierzulande 162 Firmen im Fintech-Sektor aktiv, heute sind es 220. (Bild: Grafik: jn)

2015 waren hierzulande 162 Firmen im Fintech-Sektor aktiv, heute sind es 220. (Bild: Grafik: jn)

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