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ZUG: L+G verkauft die eigene Haut teuer

Die japanische Besitzerin Toshiba will mindestens 2,1 Milliarden Franken beim Börsengang von Landis + Gyr lösen. Zum Börsen-Comeback könnte es schon nächste Woche kommen.
Daniel Zulauf
Der Zuger Industriekonzern Landis+Gyr plant den Börsengang am 21. Juli. (Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Der Zuger Industriekonzern Landis+Gyr plant den Börsengang am 21. Juli. (Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Daniel Zulauf

«Toshiba hatte eine Vision ­mit uns, und sie hätten uns sicher gern behalten», sagte Landis + Gyr-Chef Richard Mora gestern in Zürich an der Medienkonferenz zum Auftakt des geplanten Börsengangs.

Doch dem Management ist die Freude an ihrem Eigentümer offensichtlich gründlich vergangen. Jedenfalls legte Landis + Gyr (L+G) gestern einen flotten Fahrplan für den Börsengang vor: Schon ab dem 21. Juli sollen die Titel an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange gehandelt werden. Toshiba und ihre Miteigentümerin, die halbstaatliche Innovation Network Cooperation of Japan, lassen sich die Möglichkeit eines Verkaufs an einen Einzelkäufer allerdings weiter offen.

Entscheidend ist die Frage, welche Variante mehr Geld bringt. Dass die überschuldeten Japaner ihre Tochtergesellschaft so teuer wie möglich verkaufen wollen, zeigt das Ergebnis des Bookbuilding-Verfahrens, mit dem die Banken in den vergangenen Tagen die Grenzen der Investoren­nachfrage ausgelotet haben. Die Preisspanne beträgt 70 bis 82 Franken pro Aktie.

Die beiden bestehenden Aktionäre haben bereits angekündigt, alle 29,5 Millionen L+G-­Aktien veräussern zu wollen. ­Daraus ergibt sich eine Markt­kapitalisierung von mindestens 2,1 Milliarden bis 2,4 Milliarden Franken. Das ist eine hohe Summe für ein Unternehmen, das im zurückliegenden Geschäftsjahr (per Ende März) gerade mal ­einen freien Cashflow von 53,1 Millionen Franken erarbeitet hat. Der Free Cashflow zeigt jene Geldmittel, die für die Dividendenzahlungen herangezogen werden können.

70 Millionen Franken für Dividende in Aussicht

Zwar verspricht der Konzern, für das vergangene Jahr Dividenden im Gegenwert von mindestens 70 Millionen Dollar auszuschütten, was für die neuen Aktionäre immerhin eine Rendite von um die 3 Prozent bedeuten würde. Doch offen bleibt die Frage, ob sich das Unternehmen solche Ausschüttungen auch in der Zukunft leisten kann. Mindestens für das Management gibt es darüber aber kaum Zweifel. Landis + Gyr stehe insbesondere in Europa vor einem grossen Wachstumsschub, sagte Richard Mora. In Ländern wie Grossbritannien, Frankreich und in den Niederlanden stehe eine umfassende Erneuerung der Infrastruktur zur Strommessung in Richtung intelligenter Systeme an. Auch die europäischen Länder würden bald nachziehen. Diese Entwicklung werde im laufenden Jahr zu einer Umsatzsteigerung um 3 Prozent und mittelfristig zu einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich führen, erklärte Finanzchef Jonathan Elmer.

Parallel dazu erwartet die Gesellschaft eine Steigerung der Gewinnmargen. Mittelfristig rechnet der Zuger Konzern, dass vom Umsatz von aktuell 1,7 Milliarden Dollar ein freier Cashflow von über 100 Millionen Dollar erwirtschaftet werden kann. Die Verdoppelung dieser Leistungsgrösse ist zweifellos ein ehrgeiziges Ziel von L+G.

L+G ist stark durch die USA geprägt

Obwohl Landis + Gyr auf eine Geschichte von mehr als 120 Jahren in der Schweiz zurückblickt, ist das Unternehmen stark amerikanisch geprägt. Das gilt sowohl für die Zusammensetzung des Managements als auch für die Umsatzverteilung: 55 Prozent der ­Erträge stammen aus den USA. Man habe deshalb auch einen Börsengang in den USA erwogen, sei aber rasch auf die Schweiz als besten Platz gekommen. Der Standort werde der Geschichte der Firma gerecht, und an der Börse gebe es nach einigen prominenten Abgängen in letzter Zeit (u. a. Actelion, Syngenta) Nachholbedarf, meinte Mora.

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