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Zug nimmt in neuer Siemens-Strategie wichtige Rolle ein

Die neue Infrastruktur-Einheit wird künftig von Zug aus gesteuert. Ein weiterer Ausbau ist deshalb aber nicht geplant.
Der Siemens-Hauptsitz in München. (Bild: Lukas Barth/EPA, 2. August 2018)

Der Siemens-Hauptsitz in München. (Bild: Lukas Barth/EPA, 2. August 2018)

Siemens-Chef Joe Kaeser will den einzelnen Sparten des Industriekonzerns mehr Freiheiten geben und ihnen damit zusätzliche Wachstumskräfte verleihen. Aus bisher fünf Industriesparten sollen drei weitgehend selbstständige Unternehmen werden.

Die drei künftigen Unternehmen würden sich mit Energietechnik, Infrastruktur- und Gebäudetechnik sowie mit der Digitalisierung der Industrie befassen, erklärte der 61-jährige Siemens-Chef am Donnerstag in München bei der Vorstellung der Strategie «Vision 2020+».

Die neue Infrastruktur-Einheit wird künftig von Zug aus gesteuert. Ihr werden 71 000 Mitarbeiter und 14 Milliarden Euro Umsatz zugeordnet. Zurzeit sei Zug der Hauptsitz für die Gebäudetechnik (Building Technologies) mit 28 000 Mitarbeitern weltweit, die einen Umsatz von rund 6,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftet hätten, sagte Siemens-Sprecher Robin Zimmermann.

Kein Ausbau in Zug

Nun entstehe die künftige Infrastruktur-Einheit aus der Zusammenlegung von Teilen des Energiemangements mit der Gebäudetechnik. «Aktuell sehen wir keinen Aus-/Aufbau, da wir uns mit der neuen Organisation nun zunächst auf den Kunden fokussieren wollen», sagte Zimmermann.

Insgesamt beschäftigt Siemens in der Schweiz rund 5400 Personen und betreibt 20 Standorte. Siemens ist hierzulande neben den Bereichen Energie- und Gebäudetechnik auch in der Industriautomatisierung und Antriebstechnik sowie in der Bahn- und Strassenverkehrstechnik tätig. Im letzten Jahr setzte Siemens hier 2,2 Milliarden Franken um.

Schnelleres Wachstum

Der Konzern soll mit dem Umbau schneller wachsen und mehr Rendite abwerfen als bisher. Die Zentrale, in der Zehntausende Siemensianer das Konglomerat mit mehr als 370 000 Mitarbeitern steuern, soll schlanker werden und Kompetenzen an die Sparten abgeben.

Die Energiesparte mit weltweit 71 000 Mitarbeitern und 21 Milliarden Euro Umsatz soll ihren Sitz im Zentrum der US-Ölindustrie, in Houston, haben. Diese Entscheidung dürfte auch mit der aggressiven Handelspolitik von Präsident Donald Trump zu tun haben. «Mit diesem ganzen Handelszeug sind Unternehmen gezwungen, lokal zu werden», kommentierte Kaeser die Weltlage.

Von Nürnberg aus soll zudem das digitale Industriegeschäft - von Kaeser als «Diamant» bezeichnet - geleitet werden. Diese Einheit hat 78 000 Mitarbeiter und 14 Milliarden Euro Umsatz.

Kaeser wich der Frage aus, wie viele Beschäftigte von dem Umbau betroffen sind. «Wir nehmen uns Zeit, um das in die neue Struktur zu bringen». Börsianer zeigten sich enttäuscht, die Siemens-Aktie gab zeitweise fünf Prozent auf 114 Euro nach. Der erhoffte «grosse Wurf» sei das nicht, urteilte Sven Diermeier von Independent Research.

Angst vor Zerschlagung

Portfoliomanager Christoph Niesel von Union Investment sieht die Vision 2020+ grundsätzlich positiv: «Die neue Strategie geht in die richtige Richtung.» Enttäuschend sei aber, dass der Konzern keine Zahlen nenne, was sie an Kosteneinsparungen und Effizienzgewinnen bringen soll.

Während die Finanzmärkte Konglomerate kritisch sehen, haben Mitarbeiter Angst vor einer Zerschlagung. IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner, der dem Gremium angehört, sagte, aus Siemens dürfe keine Holding werden. «Das Filetieren von Konzernen mit breitem Portfolio ist momentan zwar ein beliebtes Spiel der Finanzmärkte, ein Unternehmen wie Siemens kann jedoch aus eigener Stärke agieren.» Die Strategie sei richtig. «Wichtig ist dabei, alle Beschäftigten mitzunehmen und Arbeitsplatzängste zu vermeiden», sagte der Gewerkschafter.

Umsatz gesunken

Das dritte Quartal sei «relativ ereignislos» gewesen, sagte Kaeser. Das Ergebnis aus dem Industriegeschäft erreichte 2,21 Milliarden Euro und war damit zwei Prozent höher als im Vorjahr. Der schwache Dollar knabberte am Umsatz und am Auftragseingang.

Trotzdem lagen die neuen Aufträge mit 22,8 Milliarden Euro um 16 Prozent über Vorjahr. Der Umsatz ging wegen der ungünstigen Wechselkurse um vier Prozent auf 20,5 Milliarden Euro zurück. Damit sei Siemens auf Kurs zu einem neuen Rekordjahr, sagte der Vorstandschef. (sda)

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