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ZUG: Sie machen Casinos sicherer

Cisnet stellt Software-Lösungen für Casinos her. Innert weniger Jahre wurde das Start-up zum führenden Anbieter in einer auf Sicherheit und Diskretion bedachter Branche.
Ernst Meier
Philippe Girardin von der Zuger Firma Cisnet sorgt mit einer neuen Software für mehr Sicherheit in den Casinos. (Bild: Nadia Schärli)

Philippe Girardin von der Zuger Firma Cisnet sorgt mit einer neuen Software für mehr Sicherheit in den Casinos. (Bild: Nadia Schärli)

Wer im Spielcasino sein Glück mit Roulette, Black Jack oder an Slot-Maschinen versucht, ist sich meist nicht bewusst, in welch durchorganisierter und kontrollierter «Welt» er sich aufhält. Das Geschäft mit dem Glücksspiel muss genau überwacht sein – das Geld fliesst schnell und oftmals in hohen Beträgen von «einer Tasche in die andere». Um Missbräuche zu verhindern sowie Verwechslungen und Unfälle zu erkennen, sind die Spielbetriebe mit modernen Kamera- und Sicherheitssystemen ausgestattet. Doch die Daten, die das Sicherheitspersonal im Videoüberwachungsraum erhält, nützen oftmals wenig, wenn sie nicht auch entsprechend ausgewertet werden.

Gegen die «Zettelwirtschaft»

Hier setzt die noch junge Zuger Technologiefirma Cisnet an. Seit der Gründung 2005 entwickelt man bei Cisnet Computerlösungen für das Sicherheitspersonal in Casinos. «Arbeits-Tools, wie wir sie haben, kannten viele europäische Casinos zuvor nicht», sagt Helmut Steffenini, CEO von Cisnet. «Vielerorts wurden Ereignisse und Beobachtungen von den Überwachungsleuten in einer Excel-Tabelle eingetragen oder gar irgendwo auf einer Liste handschriftlich notiert», ergänzt Projektleiter Philippe Giardin.

Diese Methode – Girardin nennt sie mit einem Lächlen «Zettelwirtschaft» – genüge den Anforderungen vieler Spielcasinos nicht mehr. «Meldungen müssen von mehreren Leuten an verschiedenen Orten abrufbar sein», erklärt er. Hierfür hat Cisnet eine Softwarelösung auf Datenbankbasis entwickelt. «Im Schnitt braucht ein Casinomitarbeiter 20 Sekunden für einen Journaleintrag», weiss der Mediamatiker und angehende Wirtschaftsinformatiker.

Dabei werden längst nicht nur Meldungen von Personen, die sich seltsam oder gar straffällig verhalten, registriert. «Ein Casino ist ein äusserst lebendiger Betrieb, da kommt es auch mal vor, dass jemand zu viel getrunken hat und hinfällt – oder jemand nach einer Pöbelaktion aus dem Haus begleitet werden muss.» Solche Ereignisse müssen ebenfalls erfasst und von verschiedenen Stellen, zum Beispiel vom Casinoleiter oder der Polizei, abgerufen werden können. «Gleichzeitig unterliegt die Datenerfassung strengen Vorschriften bezüglich Daten- und Persönlichkeitsschutz», fügt Girardin an. «Wir berücksichtigen in unseren Softwarelösungen die Bedürfnisse der Casinos sowie die gesetzlichen Bestimmungen.»

Ein weiteres Beispiel der umfassenden Lösungen, die Cisnet für die Casinobranche entwickelt hat, nennt Philippe Girardin: «An den Tischen muss der Croupier zu Kontrollzwecken alle Chipeinkäufe registrieren.» Früher sei dies mit einem manuellen Hand-Klick-Zähler erfolgt, wie ihn auch Sicherheitsleute an einem Discoeingang verwenden. «Heute kann der Croupier dies per Touchscreen-Gerät festhalten. Die Daten werden augenblicklich an die Zentrale gesendet.» So gewinne man nicht nur Sicherheit und Überblick, man könne bei Bedarf auch schneller reagieren.

CEO hat Büro in Graz

Innert acht Jahren konnte das knapp zehn Personen umfassende Software-Unternehmen bereits fünf Casinos in der Schweiz und weitere in Belgien als Kunden gewinnen. Am Firmensitz im Businesspark Zug ist neben Philippe Girardin noch ein Projektmitarbeiter tätig. 20 Quadratmeter umfasst das Büro. Sieben Programmierer sind für Cisnet in Österreich und Polen tätig. Kommuniziert wird vor allem via Mail und Skype. CEO Helmut Steffenini hat sein Büro in Graz. Er kümmert sich um die Kundenakquisition und ist fast täglich in Europa unterwegs.

Immer häufiger zieht es ihn aber in fernere Länder. «Wir sind gerade daran, mit unseren innovativen Lösungen auf dem asiatischen und afrikanischen Markt Fuss zu fassen», sagt er stolz. Die Casino-Branche sei am Wachsen – und das Bedürfnis nach modernen Sicherheits- und Kontrollsysteme sei gross.«Wir sind gerade daran, auf dem asiatischen und afrikanischen Markt Fuss zu fassen»

Seit 13 Jahren legal

Spielbanken eme. Lange Zeit wollte die Schweiz nichts von Spielcasinos wissen. Erst 1993 sagten 70 Prozent des Stimmvolks Ja zur Liberalisierung des Glücksspiels. Im Jahr 2000 trat schliesslich das neue Spielbankengesetz in Kraft. Heute gibt es 21 konzessionierte Betriebe. Diese erzielten im letzten Jahr einen Umsatz von 757 Millionen Franken. Dadurch entstanden Abgaben von 372 Millionen Franken, die hauptsächlich in die AHV flossen, wie es beim Schweizer Casino-Verband heisst.

Sitz im Businesspark

Das Softwareunternehmen Cisnet ist eine Tochterfirma des auf Casino-lösungen spezialisierten Ingate AG. Beide Firmen haben ihren Sitz im Zuger Businesspark. Helmut Steffenini ist CEO und Verwaltungsratspräsident von Ingate. Gleichzeitig ist er mit anderen Investoren Teilhaber der Firma. Der 50-jährige Österreicher arbeitet seit über 22 Jahren in der Spielbanken-Branche. Geschäftszahlen zu Cisnet und Ingate werden nicht bekannt gegeben. Laut Steffenini erwirtschafte man aber seit zwei Jahren Gewinne.

Mehr zum Thema auf www.luzernerzeitung.ch/serien

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