Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

ZUG: Sika-Showdown vor dem Zuger Gericht

Am 14. September findet die Gerichtsverhandlung im Sika-Streit statt. Sie gibt einen vertieften Einblick in die juris­tischen Argumentationen im epischen Übernahmekampf.
Ernst Meier
Im grossen Gerichtssaal des Kantonsgerichts Zug stehen sich die zerstrittenen Parteien am 14. September gegenüber. (Bild: Werner Schelber/Neue ZZ)

Im grossen Gerichtssaal des Kantonsgerichts Zug stehen sich die zerstrittenen Parteien am 14. September gegenüber. (Bild: Werner Schelber/Neue ZZ)

Ernst Meier

Seit 19 Monaten wird um die Zukunft des Baarer Bauchemiekonzerns Sika gezankt. Die Kosten des historischen Wirtschaftskrimis summieren sich bereits auf gegen 20 Millionen Franken. Jetzt geht die juristische Auseinandersetzung um die umstrittene Anwendung der Vinkulierungsklausel aus den Firmenstatuten in die Endphase – zumindest was die Klage der Erbenfamilie Burkard gegen den Sika-Verwaltungsrat vor dem Kantonsgericht Zug betrifft.

Der Schriftenwechsel und das Beweisverfahren im ordentlichen Gerichtsverfahren sind abgeschlossen. Bevor die Richter des Kantonsgerichts Zug – ein Dreiergremium – das Urteil über die Anwendung der Stimmrechtsbeschränkung durch den Verwaltungsrat fällen, kommt es zur eigentlichen Gerichtsverhandlung, in der Fachsprache «Hauptverhandlung». Diese ist für den kommenden 14. September terminiert. Punkt 9 Uhr stehen sich die beiden Streitparteien Schenker-Winkler-Holding (SWH) und Sika gegenüber.

Keine Zeugenbefragungen

Im Prozess werden die Anwälte beider Seiten ihre Plädoyers halten. Dazu kommen die Auftritte der Nebenparteien: die Investitionsgesellschaft Cascade (Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung), die Anlagestiftung Ethos sowie der frühere Sika-Präsident Walter Grüebler. Laut Stephan Scherer, Vizepräsident des Kantonsgerichts Zug und verfahrensleitender Richter, soll die Verhandlung nicht länger als einen halben Tag dauern. Zeugenbefragungen seien keine vorgesehen. «Auch die Möglichkeit, dass die Parteien an der Hauptverhandlung neue Anträge stellen, ist aufgrund der Zivilprozessordnung sehr eingeschränkt», sagt Stephan Scherer.

Die Hauptverhandlung, die im grossen Gerichtssaal des Kantonsgerichts Zug abgehalten werden soll, ist öffentlich. Zugang erhalten Medienschaffende sowie das interessierte Publikum. Die Anzahl Plätze im Gerichtssaal ist jedoch auf höchstens 40 beschränkt, heisst es beim Gericht. Stephan Scherer betont, dass die Hauptverhandlung eine nüchterne Sache sei. Wer einen rhetorischen Schlagabtausch zwischen Anwälten und Zeugen erwartet, wie man das aus TV-Serien kennt, liegt falsch.

Beim Kantonsgericht Zug geht man davon aus, dass der Raum der Nachfrage genügen wird. «Sollte sich vorgängig herausstellen, dass der Gerichtssaal aus Platz- oder Sicherheitsgründen nicht ausreicht, müsste allenfalls ein anderes Lokal in Betracht gezogen werden», sagt Stephan Scherer. Bis anhin sei dies aber nicht der Fall.

Parteien wollen Urteil weiterziehen

Wann genau das Kantonsgericht Zug sein Urteil im Fall Sika fällt und der schriftliche Entscheid vorliegen wird, ist schwer abzuschätzen. Auch vom Gericht gibt es dazu keine Informationen. Im besten Falle kann das Urteil wenige Wochen nach der Hauptverhandlung gefällt werden, wie Experten schätzen. Aus Erfahrung mit ähnlichen Fällen kann es aber auch nochmals ein paar Monate dauern.

Wie auch immer der Entscheid des Zuger Kantonsgerichts ausfallen wird: Beide Parteien haben bereits erklärt, dass sie ein ihnen nicht genehmes Urteil bis vor Bundesgericht weiterziehen werden. Ein frühzeitiger Konsens zeichnet sich auch nicht ab. Die total zerstrittenen Parteien sprechen nicht mal miteinander. Stattdessen wird seit Monaten versucht, mit PR-Aktionen in der Öffentlichkeit für die eigene Position zu werben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.