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ZUG: Stabübergabe beim Krypto-Broker

Der älteste Schweizer Broker für Kryptowährungen, Bitcoin Suisse, installiert einen Banker auf dem Chefposten. Er will nicht jeden «Krypto-Börsengang» mitmachen.
Maurizio Minetti
Bitcoin-Suisse-Gründer Niklas Nikolajsen (rechts) und der neue CEO Arthur Vayloyan (Mitte). (Bild: Roger Grütter (Zug, 20. November 2017))

Bitcoin-Suisse-Gründer Niklas Nikolajsen (rechts) und der neue CEO Arthur Vayloyan (Mitte). (Bild: Roger Grütter (Zug, 20. November 2017))

Maurizio Minetti

Die Flut ist nicht zu stoppen: Praktisch täglich entsteht irgendwo eine neue Kryptowährung. Neben dem Bitcoin sollen weltweit mittlerweile mehr als tausend verschiedene sogenannte Kryptovermögenswerte existieren – mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 220 Milliarden US-Dollar. Diese explosions­artige Verbreitung neuer Kryptowährungen hat unlängst die ­Regulatoren diverser Länder auf den Plan gerufen (siehe Box).

Mittendrin in diesem Geschäft mischt die Bitcoin Suisse AG mit. Das seit 2013 in Zug ansässige Unternehmen ist hierzulande der älteste und mit Abstand grösste Broker für Kryptovermögenswerte. Bitcoin Suisse bietet Dienstleistungen für Initial Coin Offerings (ICO) an, woraus dann neue Kryptovermögenswerte entstehen. Das Unternehmen spricht in diesem Zusammenhang explizit von Vermögenswerten und nicht von Währungen.

Die neuen Anlageklassen sind riskant

Bei Bitcoin Suisse begrüsst man, dass sich Regulatoren weltweit mit ICOs beschäftigen. Das sagt Arthur Vayloyan, der gestern bei Bitcoin Suisse seinen ersten Arbeitstag als CEO hatte. Er hat die Geschäftsführung von Firmengründer Niklas Nikolajsen übernommen, der als Verwaltungsratspräsident und Co-CEO an Bord bleibt. Speziell an diesem Wechsel ist, dass Vayloyan nicht etwa aus der Technologie-Szene kommt, sondern 25 Jahre Erfahrung im Banking hat. Er hat zuvor bei der Credit Suisse unter anderem das Schweizer Private Banking geleitet. Zuletzt war er Mitglied der Geschäftsleitung der Zürcher Falcon Private Bank. In dieser Funktion lancierte er mit seinem Team die weltweit erste Blockchain-Vermögensverwaltungslösung in Zusammenarbeit mit Bitcoin Suisse – dort lernte er Bitcoin-Suisse-Gründer Nikolajsen kennen.

Beide betonen im Gespräch, dass die auf Blockchain basierenden Anlageklassen riskant seien. «Wir sorgen dafür, dass mit dem Risiko für unsere Kunden möglichst sorgfältig umgegangen wird», sagt Nikolajsen. Der neue CEO Vayloyan gibt zu verstehen, dass man deshalb nicht bei allen angebotenen ICOs mitmachen wolle: «Es gibt viele luftige Ideen. Wir sehen viele Projekte, die wir analysieren dürfen. Es ist unsere Aufgabe, die Spreu vom Weizen zu trennen – und auch mal abzulehnen.» Mit jedem neuen ICO gewinne man an Erfahrung.

Ein anderes Beispiel für das Geschäft von Bitcoin Suisse ist die Tätigkeit für die Stadt Zug, die für gewisse Dienstleistungen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether als Zahlungsmittel akzeptiert. Möglich wird dies durch eine Zusammenarbeit mit Bitcoin Suisse. In diesem Fall trägt nicht etwa die Stadt, sondern Bitcoin Suisse das Wechselkursrisiko, wenn auch in geringem Masse. Nach der Bezahlung der Rechnung wird der entsprechende Betrag in Krypto-Assets automatisch durch Bitcoin Suisse in Schweizer Franken gewechselt und im Anschluss der städtischen Behörde überwiesen. Genau gleich funktioniert es mit ­anderen Institutionen und Unternehmen, die in der Schweiz Zahlungen mit Bitcoin & Co. akzeptieren. Darunter befinden sich zum Beispiel die Hochschule Luzern oder der Lehner-Versand aus Schenkon.

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