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ZUG: «Wir machen offenbar einiges richtig»

Trotz eines schwierigen Umfeldes geht es der Zuger Kantonalbank finanziell gut. CEO Pascal Niquille erklärt, dass aber vor allem in der Vermögensverwaltung neue Wege gegangen werden müssen.
Interview Bernard Marks
Pascal Niquille, CEO der Zuger KB, in der Zuger Bossard-Arena an der Generalversammlung seiner Bank vom Samstag. (Bild: Patrick Hürlimann / Neue ZZ)

Pascal Niquille, CEO der Zuger KB, in der Zuger Bossard-Arena an der Generalversammlung seiner Bank vom Samstag. (Bild: Patrick Hürlimann / Neue ZZ)

Interview Bernard Marks

Pascal Niquille, die Zuger Kantonalbank steht im Vergleich zu anderen Kantonalbanken finanziell gut da. Was ist Ihr Geheimrezept?

Pascal Niquille: (lacht) Wir haben eigentlich kein Geheimrezept. Aber wir haben gute Voraussetzungen. Und wir machen offenbar einiges richtig. Wir sind in einer wirtschaftlich erfolgreichen und starken Region tätig und fokussieren und konzentrieren uns stark auf diese Region.

Dabei sind die Voraussetzungen für Banken alles andere als rosig.

Niquille: Das ist richtig. Das Umfeld ist anspruchsvoll. Die seit Jahren sinkenden Zinsen reduzieren die Margen im Kredit­geschäft. Die Negativzinsen erschweren das Management des Zinsänderungsrisikos. Und die allgemeine Verunsicherung führt zu grosser Zurückhaltung bei den Anlegern.

Wie wollen Sie es 2016 schaffen, profitabel zu sein?

Niquille: Unser Erfolg basiert auf der Kombination von Altbewährtem und Erneuerung. Ich nenne Ihnen zwei Beispiele: Unsere Kreditpolitik hat sich in den letzten Jahren bewährt. Unsere Kreditrisiken bleiben auf erfreulich tiefem Niveau. Mit unveränderter Kreditpolitik wollen wir weiter wachsen und einen Teil der Margenreduktion kompensieren. Anders ist es in der Vermögensverwaltung. Hier reagieren wir auf Veränderungen und investieren in neue Technologien.

Rechnen Sie weiterhin mit Wachstum im Immobilienbereich?

Niquille: Ich denke, niemand, der in Zug lebt, hat etwas dagegen, wenn sich das Wachstum im Immobilienbereich etwas abschwächt. Dies haben wir in den letzten Monaten erlebt. Aber Zug ist und bleibt, besonders auch im internationalen Vergleich, attraktiv. Dazu müssen wir Sorge tragen. Dann bin ich überzeugt, dass wir auch weiterhin Wachstum sehen werden und erfolgreich bleiben.

Das Anlageumfeld ist aufgrund der veränderten Welt, der tiefen Zinsen und zunehmenden Risiken wesentlich anspruchsvoller geworden ...

Niquille: Ja, in der Vermögensverwaltung ist deshalb ein grosser Wandel im Gang. Wir sind überzeugt, dass die persönliche Beratung unserer Kunden weiter im Zentrum stehen muss. Dies verändern wir nicht. Wir investieren aber stark in neuartige Hilfsmittel und machen so technologische Fortschritte und Neuerungen für unsere Kunden zugänglich. So bieten wir unseren Kunden ab Herbst neben den klassischen Vermögensverwaltungsmandaten drei neue Beratungsangebote, die sich in der gewünschten Intensität der Beratung und deshalb auch im Preis unterscheiden.

Wie wichtig ist dabei gutes Personal?

Niquille: Gute persönliche Beratung ist nur mit gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern möglich. Ich spreche nicht nur von unseren Kundenberatern, ich spreche von allen Mitarbeitern: Auch diejenigen ohne direkten Kundenkontakt müssen gute Leistungen erbringen, damit unsere Kundenberater erfolgreich sind.

Die Zuger KB ist bekannt dafür, vergleichsweise hohe Löhne zu zahlen. Ist das der Schlüssel, um gute Mitarbeiter anzulocken?

Niquille: Ein attraktiver Arbeitgeber zeichnet sich durch mehr aus. Zu einem attraktiven Gesamtpaket gehören weitere Dinge wie zum Beispiel gute Führung und gut gelegene, moderne Arbeitsplätze. Ein wichtiger Faktor ist auch unsere Sportgruppe: Die Mitarbeiter selber organisieren Aktivitäten, die von Jassen bis Bergsteigen reichen. So lernt man sich auch ausserhalb des Büros kennen. Und ganz wichtig ist es für unsere Mitarbeiter, bei einem Unternehmen zu arbeiten, das Erfolg und Zukunftsglauben ausstrahlt und einen guten Ruf hat.

Apropos moderne Arbeitsplätze: Sie werden im Sommer die für 25 Millionen Franken umgebaute Filiale am Zuger Postplatz wiedereröffnen. Wie weit sind die Vorbereitungen?

Niquille: Die Arbeiten sind schon fast abgeschlossen. Ende Mai ist der Bau fertig, und wir beginnen mit dem Einrichten der 180 Arbeitsplätze. Ende Juni findet der Umzug statt und Anfang Juli die Eröffnung. Unseren Architekten und allen Beteiligten ist es vorzüglich gelungen, auch im Innern das Schöne dieses Gebäudes zu erhalten und gleichzeitig ein modernes Bürogebäude zu erstellen. Unsere Kunden werden die alte Schalterhalle in erneuertem Kleid vorfinden. So sind wir in der Stadt Zug wieder markant vertreten, am Bahnhof, am Postplatz und im Herti.

Digitalisierung ist ein wichtiges Thema für Retailbanken. Wie sind Sie darauf vorbereitet?

Niquille: Darauf kann man sich nicht vorbereiten, das ist ein laufender Prozess, bei dem es gilt, angemessen vorzugehen. Im Zentrum steht heute wie in Zukunft die persönliche Beratung unserer Kunden. Wo immer sinnvoll und passend, wollen wir für unsere Kunden unser Angebot um digitale Möglichkeiten erweitern. Solche Lösungen sollen aber bereits eine gewisse Marktreife erreicht haben, und ihr Nutzen soll sichtbar sein.

Viele andere Anbieter drängen ins traditionelle Geschäft von Banken. Vor allem die Konkurrenz im Internet (etwa Google, Apple, Paypal) ist gross. Sehen Sie das Geschäftsmodell der Banken langfristig bedroht?

Niquille: Das Bankgeschäft basiert auf Vertrauen und ist ein Geschäft von Mensch zu Mensch. Vieles wird in Zukunft technologisch noch möglich werden und wird auch das Bankgeschäft noch stark verändern. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir Menschen unser Geld, das die Basis unseres Wohlstandes und damit unserer Zukunft ist, blind der Technologie anvertrauen. Dafür braucht es auch in Zukunft eine Bank – wie die Zuger Kantonalbank.

Hinweis

Am Samstag, 2. Juli, findet in der Zuger-KB-Filiale am Zuger Postplatz ein Tag der offenen Tür statt. Am 4. Juli wird die Filiale wiedereröffnet.

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