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Zuger Krypto-Wechselstube Shapeshift tappt erneut in Geldwäsche-Falle

Laut einem Bericht wurden mehrere Millionen US-Dollar über die Plattform des Zuger Blockchain-Startups gewaschen. Es ist nicht der erste Geldwäsche-Fall für Shapeshift.
Maurizio Minetti

Das «Wall Street Journal» hat letzte Woche darüber berichtet, wie Krypto-Tauschplattformen für Geldwäscherei missbraucht werden. Mittendrin: Die Zuger Shapeshift AG, die in den Crypto Valley Labs in Zug eine Handvoll Personen beschäftigt. Shapeshift ist eine Art dezentrale Wechselstube für Kryptowährungen. Nutzer können damit etablierte Währungen wie Bitcoin oder Ether in weniger verbreitete wie Monero tauschen. Transaktionen über die Monero-Blockchain sind im Gegensatz zu Bitcoin-Transaktionen nicht öffentlich einsehbar und daher nicht oder kaum nachvollziehbar. Einmal in Monero gewechselt, ist der Ursprung eines Geldbetrags kaum mehr rückverfolgbar. Shapeshift ist zwar in Zug domiziliert, doch die Gründer und die Mehrheit der Angestellten der 2014 gegründeten Plattform sitzen in Denver (US-Bundesstaat Colorado).

Wie das «Journal» nun aufgrund von Quellenaussagen und einer eigenen Analyse berichtet, sollen über einen Zeitraum von zwei Jahren weltweit insgesamt 88,6 Millionen US-Dollar aus undurchsichtiger Herkunft über 46 solcher Krypto-Tauschplattformen gewaschen worden seien. Davon seien 9 Millionen US-Dollar über Shapeshift geflossen.

Oliver Bussmann, Präsident der Crypto Valley Association in Zug, figurierte bis am Montag auf der Website von Shapeshift als Mitglied des «Boards». Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte der Blockchain-Experte aber, dass er Shapeshift nur als Externer beraten habe und zum vorliegenden Fall nicht Stellung nehmen könne. Daraufhin wurde seine Bezeichnung auf der Website in «Advisor» geändert. Unterschriftsberechtigt ist bei Shapeshift auch ein Luzerner, der in der Software-Branche Karriere gemacht hat. Er äusserte sich ebenfalls nicht zum aktuellen Fall.

Eine Shapeshift-Sprecherin sagte auf Anfrage unserer Zeitung, der Artikel im «Wall Street Journal» sei voller Ungenauigkeiten. Eine formelle Antwort auf den Bericht werde man in Kürze veröffentlichen.

«WannaCry»-Kriminelle auf der Plattform

Shapeshift tappt nicht zum ersten Mal in die Geldwäsche-Falle. Im Mai 2017 sollen Hacker einen Teil der mit dem Schadprogramm «WannaCry» erbeuteten Bitcoins über Shapeshift gewaschen haben. Shapeshift sprach damals von einer «Missachtung der Nutzungsbedingungen.» Alle Bitcoin-Konten, die mit der Hackergruppe assoziiert wurden, seien gesperrt worden.

Bislang konnten Nutzer die Plattform Shapeshift ohne Login oder Registration verwenden. Die Rechtschefin von Shapeshift, Veronica McGregor, sagte dem «Journal», man verlange ab sofort Benutzeridentifikationsdaten. Ausserdem wolle Shapeshift enger mit den Behörden in Fällen verdächtiger Transaktionen kooperieren. Die Shapeshift-Sprecherin betonte auf Anfrage, man arbeite schon seit längerem an einem Identifikationssystem für die Nutzer, wie ein Blog-Eintrag von Anfang September zeige.

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