Scintilla
Zum Schluss keine fröhliche Kunde

Was Zuchwil jahrelang befürchtet hat, ist nun eingetroffen. Eine Krise trifft die Scintilla AG, diese bezahlt dadurch massiv weniger Steuern, und am Ende blutet die Gemeinde.

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Scintilla AG

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Solothurner Zeitung

Gaudenz Oetterli

Es war die letzte Rechnung seiner 23-jährigen Amtszeit, die Finanzverwalter Balthasar Fröhlicher dem Gemeinderat präsentierte. Und die schlechteste. Ein sattes Defizit von 4,9 Millionen Franken in der Laufenden Rechnung liess einige Räte leer schlucken.

Grund für den massiven Taucher in die roten Zahlen ist aber für einmal nicht der Aufwand. Die Ausgabendisziplin sei nämlich in Ordnung gewesen, liess Fröhlicher in seinem Bericht verlauten. Das Problem liegt bei den Einnahmen. Im Vergleich zum Vorjahr fehlen der Gemeinde 8,4 Millionen an Steuererträgen. Und dies alleine von der Scintilla, deren Umsatz wegen der Finanzkrise massiv eingebrochen war.

Harte Zeiten stehen bevor

Der zweite Hammer folgte dann in der Investitionsrechnung: ein Ausgabenüberschuss von 4,5 Millionen. Und da in den kommenden Jahren noch grosse Investitionen ins Sportzentrum und das Zentrum für Jugend und Kind anstehen, schwante Fröhlicher auch dort Böses.

«Wir haben einen Selbstfinanzierungsgrad von minus 62 Prozent. Das heisst, dass wir die anstehenden Investitionen nur mit Fremdgeld bezahlen können», so der Finanzverwalter. Und alleine aufgrund der Rechnung 2008 steige die Pro-Kopf-Verschuldung von Zuchwil auf 1538 Franken (vorher 705).

«Nun gut, die Rechnung kann man nicht mehr ändern, aber für die Zukunft muss man sich überlegen, wie man der neuen Situation begegnen will», gab der abtretende Fröhlicher dem Gemeinderat mit auf den Weg. Denn auch in den nächsten paar Jahren sei von der Scintilla nicht viel an Steuern zu erwarten.

Der angesprochene Rat stimmte danach den Anträgen der Finanzkommission einstimmig zu. Die Rechnung wurde genehmigt, und der Aufwandüberschuss wird dem Eigenkapital verrechnet. Das letzte Wort hat dann die Gemeindeversammlung.

Initiative Ja, Fusion Nein

Ebenfalls zugestimmt hat der Rat der Gemeindeinitiative des Verbandes der Solothurner Einwohnergemeinden. Diese will den Kanton verpflichten, künftig 55 anstatt der bisher 43,75 Prozent der Besoldung der Lehrer zu übernehmen.

Skepsis herrschte hingegen bei der Fusions-Anfrage der Stadt Solothurn. Am Ende zeigte sich der Rat mit 13 zu 8 Stimmen zwar gesprächsbereit, engere Zusammenarbeiten zu prüfen. Grosse Begeisterung über eine Fusion blieb jedoch einem kleinen Teil der Ratsmitglieder vorbehalten.