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ZYPERN: Optimismus auf der Schuldeninsel Zypern

Die wirtschaftliche Lage im Krisenland Zypern entspannt sich. Doch der Inselstaat ist noch lange nicht aus der Gefahrenzone.
Symbolbild. (Bild: Katia Christodoulo / Keystone (Cape Greco, 6. Juli 2014))

Symbolbild. (Bild: Katia Christodoulo / Keystone (Cape Greco, 6. Juli 2014))

Für Zypern geht ein gutes Jahr zu Ende. Noch im Frühjahr 2013 stand die Inselrepublik am Abgrund des Staatsbankrotts. Nur ein eilig geschnürtes Rettungspaket der Euro-Partner konnte den Untergang abwenden. Inzwischen brummt Zyperns Wirtschaft. Im zweiten Quartal legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 4 Prozent zu, im dritten um 3,8 Prozent.

Ein starker Wachstumsmotor ist vor allem der Tourismus. Von Januar bis Oktober stieg die Zahl der ausländischen Besucher um 15 Prozent. Die Branche steuert etwa einen Viertel zum BIP bei. Nachdem die Regierung das Wachstumsziel für 2017 ursprünglich mit 2,8 Prozent angesetzt hatte, erwartet Finanzminister Harris Georgiades für das Gesamtjahr jetzt ein Plus von 4 Prozent. Damit liegt Zypern beim Wirtschaftswachstum in der Spitzengruppe aller EU-Staaten.

Schulden von Privaten bereiten Sorgen

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Zypern einen Haushaltsüberschuss von gut 82 Millionen Euro. Das entsprach knapp 0,5 Prozent des BIP. In diesem Jahr soll der Überschuss rund doppelt so hoch ausfallen. Während die EU-Kommission in ihrem jüngsten Herbstgutachten die Schuldenquote Zyperns für Ende 2017 noch bei 103 Prozent ansetzt, liegt sie tatsächlich bereits unter der 100-Prozent-Marke. Der Grund: Im November zahlte ­ die staatliche Schuldenagentur PDMO vorzeitig Kredite von 614,9 Millionen Euro an die zy­prische Notenbank zurück.

Während die Staatsschuldenquote Ende 2016 noch bei 107,8 Prozent des BIP lag, erwartet Finanzminister Harris Georgiades für 2017 einen Schuldenstand zwischen 98 und 99 Prozent des BIP. Aber Zyperns Unternehmen und Privathaushalte sind extrem hoch verschuldet. Ihre Verbindlichkeiten beliefen sich laut Eurostat Ende 2016 auf 344,6 Prozent des BIP. Das war die höchste Quote aller EU-Staaten. Im Durchschnitt liegt die Verschuldung des Privatsektors in der EU bei 133 Prozent des BIP. Der zyprische Ökonomieprofessor Savvakis Savvides warnt, Unternehmen und Verbraucher seien «überwältigt von Schulden, die sie wahrscheinlich niemals zurückzahlen können». Das spüren die Banken: 44 Prozent aller Darlehen sind notleidend oder ausfallgefährdet. Die Summe fauler Kredite entspricht 120 Prozent des BIP. Savvides fürchtet, die Überschuldung des Privatsektors könnte Zypern «früher oder später in eine lange und schwere Rezession ziehen».

Gerd Höhler, Athen

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