Zypern
Zyperns Regierung arbeitet an Freigrenze für Kleinsparer

Bei der Staatsfinanz- und Bankenkrise in Zypern findet heute Nachmittag eine entscheidende Parlamentsdebatte statt. Am Montagmorgen arbeitet die Regierung an einem Vorschlag, der die Kleinsparer entlasten soll. Die Börsen reagiert negativ.

Matthias Niklowitz
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Zyprioten an ihren Bancomaten: Wie viel Geld ist noch da?

Zyprioten an ihren Bancomaten: Wie viel Geld ist noch da?

KEYSTONE

Die zypriotische Regierung arbeitet hektisch an einem Vorschlag, der die Kleinsparer bei der Rettung der Banken entlasten soll. Im Laufe des Montags wird der letzten Freitag beschlossene Rettungsplan im Parlament zur Abstimmung unterbreitet werden.

Kernpunkt des Vorschlags ist eine Entlastung der Kleinsparer. Gemäss dem bisherigen Plan sollen sie mit 6,7 Prozent ihrer Einlagen am Banken- und Staatsfinanzenrettungsplan beteiligt werden. Auf dem Tisch liegt jetzt ein Vorschlag, der diese Beteiligung auf 3 Prozent reduziert. Umgekehrt sollen die höheren Vermögen stärker eingebunden werden. Gemäss bisherigem Plan wird bei Einlagen von mehr als 100000 Euro ein Abzug von 9,9 Prozent vorgenommen. Dieser soll gemäss dem Vorschlag auf 12,5 Prozent angehoben werden, wie Agenturen berichten.

Am Montagnachmittag wird im Parlament die Abstimmung stattfinden. Das Parlament mit 56 Sitzen ist zersplittert, eine Zustimmung ist laut Beobachtern höchst unsicher. Keine Partei hat eine Mehrheit. Drei Parteien haben am Wochenende erklärt, den Plan zurückweisen zu wollen. Um die Konsensfindung zu erleichtern, wurde die ursprünglich für den Sonntag vorgesehene Abstimmung auf den Montag verschoben.

An den fernöstlichen Börsen kam es über Nacht zu einem Ausverkauf des Euro. Gegenüber dem japanischen Yen fiel die Gemeinschaftswährung um 2,3 Prozent. Gegenüber dem US-Dollar verlor der Euro 1,4 Prozent. Gegenüber dem Franken gab der Euro um 0,72 Prozent nach. Die Schweizerische Nationalbank hält den Frankenkurs mit massiven Interventionen stabil.

Auch an den europäischen Börsen wird es heute zu deutlichen Rückschlägen kommen. Die Futures auf den EuroStoxx-50-Index lagen um 8 Uhr morgens mit 2,8 Prozent in der Verlustzone. Der deutsche DAX-Index gab vorbörslich um 1,7 Prozent nach.