1200 Schüler als Reporter

23 Klassen haben recherchiert, interviewt und geschrieben wie die Grossen. Resultat ist eine Vielzahl packender Artikel.

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Die Klasse 6a vom Schulhaus Maihof, Luzern. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

Die Klasse 6a vom Schulhaus Maihof, Luzern. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

ZEITUNGSPROJEKT «Je mehr man weiss, desto besser.» Das mag nach dem Satz eines Elternteils klingen, mit dem es sein Kind zum Lernen motivieren möchte. Diesen Schluss zieht jedoch nicht ein Erwachsener, sondern Odin Farman, ein sehr interessierter Zeitungsleser, der die 5. Klasse in Buchrain besucht. Mit seiner Klasse hat er im Rahmen des Projekts «Zeitung in der Primarschule», kurz ZIP, eine Reportage zum Lernlabor der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ) Luzern verfasst (S. 6).


Für das Lesen begeistern

Bei Odin Farman – wie auch bei vielen Schülern mehr (S. 28) – hat das Schülerprojekt der «Neuen Luzerner Zeitung» und ihrer Regionalausgaben das Ziel mehr als erreicht: Zum siebten Mal konnten die Kinder fürs Lesen, Schreiben und nicht zuletzt für das Medium Zeitung begeistert werden. «Sogar Schreibmuffel liefen zur Höchstform auf», verkündet Raphael Lohri, Lehrer der Klasse 5a aus Sins (S. 27). 70 Klassen und über 1200 Schüler haben während 12 Wochen täglich die Zeitung gelesen und Textformen untersucht. Rund 40 Klassen sind auf eigenen Wunsch von einem Journalisten besucht worden, der aus dem Berufsalltag berichtet und den Klassen Recherche- und Schreibtipps gegeben hat. 23 Klassen haben anschliessend eigene Beiträge verfasst, die ab Seite 6 dieser Beilage abgedruckt sind. Auf folgenden Seiten sehen Sie jene Klassen, die am Projekt teilgenommen und uns ein Klassenfoto zugestellt haben.

Dabei waren unsere Erwartungen an die Schüler hoch. Sie sollten keine klassischen Schulaufsätze, keine «es ist 9 Uhr und wir warten auf den Bus und es ist kalt»-Geschichten schreiben, sondern journalistische Artikel, kritische Interviews, Hintergrundberichte.

Echte Fakten und News

Diese Vorgabe haben die Klassen mehr als erfüllt. Die Begabungsgruppe von Silvia Rüttimann aus dem Schulhaus Hübeli in Emmenbrücke beschreibt in ihrer Reportage akribisch, wie ein Tag hinter den Kulissen von Tele 1 aussieht, mit welchen Hilfsmitteln gearbeitet wird und dass es mitunter auch hektisch werden kann (S. 7). Die Klasse 5a aus Sins bringt echte News in die Zeitung: Die Patrouille Suisse (PS) hat seit Mitte April einen neuen Piloten. Anlass für eine Reportage über dessen letzten Lernflug und um im Interview in Erfahrung zu bringen, wie das Auswahlverfahren für PS-Piloten überhaupt aussieht (S. 22).

Und auch wenn nicht alle Schüler nun plötzlich den Berufswunsch Journalist haben – sie diskutieren jetzt interessierter über das Weltgeschehen. Oder wie Bernadette Reis, Lehrerin aus Schenkon, von den Schülern selber gehört hat: «Ich wusste gar nicht, dass es auch für Kinder so viele interessante Beiträge in der Zeitung hat!»

Aleksandra Mladenovic