310 Kandidaten für 100 Kantonsratssitze

310 Kandidaten kämpfen im Kanton Schwyz am Sonntag um eines der 100 Kantonsratsmandate. Dabei dürfte die SVP die wählerstärkste Partei bleiben. So grosse Verschiebungen wie 2008 werden nicht erwartet.

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Die Sitzverteilung heute. (Bild: Loris Succo/Neue LZ)

Die Sitzverteilung heute. (Bild: Loris Succo/Neue LZ)

Die Ausgangslage zu den Kantonsratswahlen ist in einigen der 30 Gemeinden, die im Kanton Schwyz die Wahlkreise bilden, spannend. Zwar sind 14 Kandidaten in zwölf Gemeinden mangels Herausforderern praktisch gewählt, in anderen sind die Sitze jedoch hart umkämpft. 100 Volksvertreter werden nach dem Wahlgang am kommenden Sonntag in den Kantonsrat einziehen. 310 Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich der Wahl fürs Kantonsparlament.

2008 siegte die SVP erdrutschartig

Die Sitzverteilung heute. (Bild: Loris Succo/Neue LZ)

Die Sitzverteilung heute. (Bild: Loris Succo/Neue LZ)

36,66 Prozent Wähleranteil, 41 Mandate im Kantonsrat: Mit Proporzglück siegte die SVP in den Kantonsratswahlen vor vier Jahren erdrutschartig. Zum Vergleich: 2004 erzielte die SVP noch 29 Prozent Wähleranteil und kam auf 27 Mandate. Die CVP war damals mit 31,9 Prozent Wähleranteil und 34 Sitzen im Kantonsrat die stärkste Partei. Innerhalb von vier Jahren vermochte die SVP die CVP zu distanzieren, zur neu zweitstärksten politischen Kraft zu degradieren. Die CVP verlor in den Kantonsratswahlen 2008 5 ihrer bislang 34 Sitze. Ihr Wähleranteil sank zwischen 2004 und 2008 um 2,9 Prozent von 31,9 auf noch 29,12 Prozent.

FDP und SP: Schwere Niederlagen

Eine schwere Niederlage musste die SP vor vier Jahren hinnehmen. Sie versank nach dem Verlust von 6 ihrer bis anhin 15 Mandate praktisch in der politischen Bedeutungslosigkeit. Sie verlor zwischen 2004 und 2008 3,5 Prozent Wähleranteile. 2008 hatte die SP noch einen Wähleranteil 11,6 Prozent. Die FDP verlor 2008 zwar nur drei Sitze. Dafür brach ihr Wähleranteil dramatisch weg. Zwischen 2004 und 2008 sank der Anteil der FDP um 3,7 Prozent von 22,9 auf 19,2 Prozent.

Prognosen für den aktuellen Wahlgang sind schwierig. Experten rechnen damit, dass die SVP die wählerstärkste Partei bleiben dürfte. Grosse Verschiebungen wie vor vier Jahren werden jedoch nicht erwartet. Spannend ist die Frage, welche Partei in den Gemeinden Schwyz und Wollerau einen Sitz verliert. Beide Gemeinden mussten zu Gunsten der Gemeinden Schübelbach und Altendorf je einen Sitz im Kantonsrat abgeben. 2008 verfügte die Gemeinde Schwyz noch über elf, Wollerau über fünf Sitze. In der Gemeinde Schwyz verteilten sich die Sitze vor vier Jahren folgendermassen: SVP (4 Sitze), CVP (4), FDP (2) und SP (1). Am schwersten dürfte wohl der CVP die Sitzverteidigung fallen, geht man davon aus, dass auch in den Kantonsratswahlen ein gewisser «Bisherigenbonus» spielt. Denn die CVP hat gleich zwei Sitze neu zu besetzen, während die drei anderen Parteien mit den Bisherigen antreten können.

In Wollerau werden SVP und FDP je einen ihrer beiden bisherigen Sitze neu besetzen müssen. Der bisherige CVP-Kantonsrat Andreas Meyerhans tritt wieder an. Auf Nummer sicher geht Regierungsratskandidatin Petra Steimen. Sie steht auch für einen Wollerauer FDP-Sitz zur Wiederwahl. Wie auch Ratskollege und SVP-Regierungsratskandidat André Rüegsegger aus Brunnen.

Harry Ziegler

Der Kantonsrat Schwyz an einer Sitzung im November 2010. (Bild: Archiv/Neue SZ)

Der Kantonsrat Schwyz an einer Sitzung im November 2010. (Bild: Archiv/Neue SZ)