AARAU/SCHWYZ: Fall Lucie: Untersuchung entlastet Behörden

Das Tötungsdelikt an der 16-jährigen Lucie ist nicht durch Fehlverhalten von Mitarbeitern der Vollzugsbehörde oder der Bewährungshilfe mitverursacht worden. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung.

Drucken
Teilen
Szene vom Trauermarsch für die ermordete Lucie Ende März in Freiburg. (Bild EQ)

Szene vom Trauermarsch für die ermordete Lucie Ende März in Freiburg. (Bild EQ)

Der Regierungsrat sei erleichtert, dass im Rahmen der Untersuchung keine Pflichtverletzungen von Mitarbeitenden der Vollzugsbehörde oder der Bewährungshilfe festgestellt worden seien, erklärte der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann am Freitag vor den Medien in Aarau. Er betonte aber, dass dies nichts an der grossen Tragik von Lucies Tod ändere und sprach erneut sein Beileid aus. Er informierte am (gestrigen) Donnerstag die Angehörigen des Opfers über die Ergebnisse der Untersuchung und das weitere Vorgehen.

Täter hatte schon einmal getötet
Hofmanns Vorgänger, Kurt Wernli, hatte die administrative Untersuchung in Absprache mit ihm angeordnet, nachdem bekannt geworden war, dass der geständige 25-Jährige vor der Tötung des Au-pair-Mädchens wegen versuchter vorsätzlicher Tötung verurteilt und dann bedingt entlassen worden war. Zum Zeitpunkt des Delikts stand er unter der Aufsicht der Bewährungshilfe.

Im Bericht von Andreas Werren wird festgehalten, dass das Tötungsdelikt nicht durch Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der bedingten Entlassung des Täters aus dem Massnahmenvollzug mitverursacht worden sei. Laut Werren war der Fall des 25-Jährigen von Beginn weg nicht optimal aufgesetzt und es gab eine Reihe von Schwachstellen im System des Straf- und Massnahmenvollzugs. Die diesbezüglich ausgearbeiteten Empfehlungen sollen nun zusammen mit externen Fachpersonen näher geprüft werden, kündigte Hofmann an.

Au-pair in Pfäffikon
Die 16-jährige Lucie – zu jener Zeit Au-pair im schwyzerischen Pfäffikon – war Anfang März vom 25-jährigen Täter am Bahnhof Zürich angesprochen und in dessen Wohnung in Rieden bei Baden getötet worden. Später gab der Mann als Motiv an, er habe wieder zurück ins Gefängnis gewollt. Weil er eine Frau fast zu Tode gewürgt hatte, sass er bereits vier Jahre lang in einer Arbeitserziehungsanstalt.

ap/scd