ABSCHLUSS: Mehr Menschen geholfen als je zuvor

Die LZ-Weihnachtsaktion hat viele Erfolgs­geschichten geschrieben. Damit ist nicht nur das wunderbare Sammelresultat gemeint, sondern vor allem auch die vielen Einzelpersonen und Familien, denen wir helfen können.

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Die LZ-Weihnachtsaktion erzielt ein Rekordergebnis. (Bild: Grafik: Loris Succo)

Die LZ-Weihnachtsaktion erzielt ein Rekordergebnis. (Bild: Grafik: Loris Succo)

Arno Renggli

Eindrücklich ist zum Beispiel der Weg von Markus Kälin (Name geändert) aus dem Luzerner Seetal. Mit etwa 18 Jahren begann er harte Drogen zu konsumieren, zu den Hintergründen dieses Absturzes gehörten auch schwere Konflikte im Elternhaus. Vater und Mutter lehnten ihn ab, verschiedene Heimaufenthalte prägten seine Kindheit. «Es war schlimm», sagt er rückblickend. Um den Drogenkonsum zu finanzieren, hat er nicht nur seinen ganzen Besitz verkauft, es häuften sich auch die Schulden.

Wieder 100 Prozent arbeitstätig

Doch seit einiger Zeit hat sich das Blatt für den heute 29-Jährigen gewendet: Er wird ärztlich betreut, nimmt am Methadonprogramm teil, bewohnt eine eigene kleine Mietwohnung und konsumiert keine Drogen mehr. Der klarste Beweis seines Durchhaltewillens ist aber, dass er wieder 100 Prozent arbeitet, und sein Arbeitgeber ist sehr zufrieden mit ihm. Wegen immer noch vorhandener Schulden und entsprechender Lohnpfändungen lebt er am betreibungsrechtlichen Existenzminium.

Die LZ-Weihnachtsaktion unterstützt seine positive Entwicklung mit einem Beitrag an einfache Einrichtungsgegenstände, die er sich selber nicht leisten kann. Markus Kälin: «Die LZ-Weihnachtsaktion hat mir sehr geholfen. Sie gab mir damit auch zusätzliche Kraft, meinen Weg in ein positives Leben weiterzugehen.»

Mit dem Kind leidet ganze Familie

Die Familie Odermatt (Name geändert) aus der Region Sursee, über die wir ausführlich berichtet haben, ist ein Beispiel dafür, wie die Krankheit oder Behinderung eines Kindes zur Belastung wird, die auf Dauer fast nicht mehr zu bewältigen ist. In diesem Fall litt einer der beiden Söhne jahrelang unter einer schweren Neurodermitis. Nicht nur, ihn leiden sehen zu müssen, machte den Eltern zu schaffen. Die tägliche Pflege, die vielen, oft frustrierenden Arztbesuche und die schlaflosen Nächte brachten sie an den Rand des Abgrundes. Dann verunfallte die Familienmutter und verletzte sich, der Vater musste sein Pensum reduzieren, nun wurde auch die finanzielle Situation fast ausweglos.

Hier konnte die LZ-Weihnachtsaktion mit einem Beitrag helfen. Und zusammen mit einer endlich wirksamen Therapie des kleinen Sohnes sieht die Familie Odermatt wieder Licht. So wie sie konnten wir dank Spendengeldern auch andere Familien unterstützen, die teilweise sogar schwerst behinderte Kinder bei sich zu Hause pflegen.

Neuanfang nach Tod des Partners

Zu den gravierendsten Situationen gehört, wenn ein Elternteil plötzlich mit den Kindern alleine dasteht. Hintergrund können schwere Beziehungskonflikte sein, aber auch der Tod eines Ehepartners. Dies etwa ist einer Mutter im Luzerner Seetal widerfahren, deren Mann an Krebs starb. Auch über ihr Schicksal haben wir berichtet. Sie stürzte in eine tiefe Depression und muss dennoch weiter funktionieren, weil ihre beiden Kinder sie nun umso mehr brauchen.

Bei ihr wurde beispielhaft deutlich, wie sehr die Hilfe durch die LZ-Weihnachtsaktion nicht nur eine materielle, sondern auch eine emotionale ist. Das Gefühl, nicht allein zu sein, gibt Kraft für den nötigen Neuanfang.

Zu den berührendsten Lebenssituationen gehören immer auch solche in den Berggebieten, wir berichteten etwa über Familien aus dem Entlebuch, aus dem Kanton Uri oder dem Kanton Obwalden. Hier ist nur schon eindrücklich, welch ein bescheidenes und gleichzeitig arbeitsreiches Leben solche Familien oft führen. In abgelegenen Gebieten, die die meisten Leute höchstens vom Hörensagen kennen, bewirtschaften sie karge Böden und leisten wichtige Landschaftspflege. Kommt es hier zu einem Schicksalsschlag, sind die Existenzen ganzer Familien gefährdet. Auch hier konnte die LZ-Weihnachtsaktion oft wertvolle Überbrückungshilfe leisten.

2866 Gesuche sind 2014 eingegangen, bereits konnte in 2361 Fällen geholfen werden; auch das sind Rekordzahlen. Offene Gesuche werden in den nächsten Tagen durch den Beirat behandelt. Ab Herbst wird die LZ-Weihnachtsaktion zum 20. Mal durchgeführt. Wir hoffen schon jetzt auf eine ähnliche Grossherzigkeit unserer Leserinnen und Leser.