ABSTIMMUNG: Die Wirtschaft zeigt den Raben den Vogel

Die SVP macht derzeit mit ihren Abstimmungsplakaten zur Personenfreizügigkeit von sich reden. Dies kümmert die Zentralschweizer Volkswirtschaftsdirektoren wenig – sie machen sich für ein Ja stark.

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Kurt Zibung, Präsident der Zentralschweizer Volkswirtschafts- direktorenkonferenz. (Bild Erhard Gick/Neue SZ)

Kurt Zibung, Präsident der Zentralschweizer Volkswirtschafts- direktorenkonferenz. (Bild Erhard Gick/Neue SZ)

«Die Personenfreizügigkeit und die Bilateralen Abkommen sichern der Zentralschweiz eine starke Wirtschaft, Arbeitsplätze und Wohlstand. Eine Kündigung der Verträge würde die Region merklich schwächen», heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung aller Zentralschweizer Volkswirtschaftsdirektoren und der Zentralschweizerischen Handelskammer.

«Unersetzliche Bilaterale»
«Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen, um Arbeitsplätze, Wohlstand und die soziale Sicherheit», doppelt der Schwyzer Volkswirtschaftsdirektor und Präsident der Zentralschweizer Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz, Kurt Zibung, nach. «Es liegt auf der Hand: Die Bilateralen Abkommen sind unersetzlich», verdeutlicht Niklaus Bleiker, Vorsteher des Obwaldner Volkswirtschaftsdepartements und Präsident der Zentralschweizer Regierungskonferenz.

Deutsche und österreichische Fachkräfte
Die Angst vor der Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Bulgarien und Rumänien sei für die Volkswirtschaftsdirektoren zwar verständlich, aber unbegründet, wie es weiter heisst. Die Erfahrung zeige, dass sich in der Region vorwiegend Fachkräfte aus Deutschland und Österreich niederliessen. Diese besetzten Stellen, für die im heimischen Arbeitsmarkt keine geeigneten Bewerber gefunden werden könnten. Zudem öffne sich die Schweiz den neuen Ländern kontrolliert. «Sozialtourismus und Masseneinwanderung werden unterbunden», sagt Kurt Zibung.

Abwanderung befürchtet
Ein Nein zum Bilateralen Weg am 8. Februar wäre für die regionale Wirtschaft «verheerend» – so die Bilanz der Zentralschweizer Volkswirtschaftsdirektoren: Die Unternehmen würden im Verkehr mit ihrem wichtigsten Handelspartner empfindlich geschwächt, müssten Wettbewerbseinbussen hinnehmen und könnten kaum mehr alle Stellen fristgerecht besetzen. Ein Verlust von Arbeitsplätzen und eine Abwanderung ins Ausland werden als mögliche Folgen genannt. Diese Option könne man sich gemäss Alex Bruckert, Direktor der Zentralschweizerischen Handelskammer, «in der aktuellen Wirtschaftssituation schlicht nicht leisten».

scd