ABSTIMMUNG: Minarette: Nur drei Gemeinden gegen Initiative

In der Schweiz wurde die Minarett-Initiative in beinahe allen Kantonen angenommen. Auch die Zentralschweizer Kantone bliesen ins selbe Horn. Einzig drei Gemeinden lehnten die Initiative ab.

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Ausschnitt aus dem umstrittenen Anti-Minarett-Plakat. (Bild pd)

Ausschnitt aus dem umstrittenen Anti-Minarett-Plakat. (Bild pd)

Im Kanton Luzern wurde die Initiative mit einem Ja-Stimmenanteil von 61,2 Prozent angenommen. Im Kanton Nidwalden lag der Ja-Anteil bei 62,8 Prozent, in Uri bei 63,8, in Schwyz bei 66,3, in Obwalden bei 62,4 und in Zug bei 56,7 Prozent.

Drei Gemeinden scheren aus
Abgelehnt wurde die Vorlage lediglich in drei Zentralschweizer Gemeinden. Am stärksten in der Stadt Luzern, wo der Ja-Stimmen-Anteil bei 43 Prozent lag. Das Minarett-Verbot befürworteten allerdings die Stadt-Quartiere Seeburg, Würzenbach, Schönbühl und Matthof. Auch die Stadt Zug hat die Initiative verworfen (Ja-Anteil 48 Prozent). Ebenso die Urner Gemeinde Realp (52,6% Nein – mit 40 zu 36 Stimmen).

Konsterniert reagieren die Grünen des Kantons Luzern auf das Ja. «Indem diese für Muslime in der Schweiz besondere Regeln schafft, verletzt sie das Gebot der Rechtsgleichheit und das Grundrecht auf Religionsfreiheit», heisst es in einer Medienmitteilung.

57,5% gesamthafter Ja-Anteil
Schweizweit wurde die Initiative mit 1'534'054 gegen 1'135'108 Stimmen angenommen. Dies entspricht 57,5 Prozent Ja gegen 42,5 Prozent Nein. Abgelehnt wurde das Minarettverbot lediglich in den Westschweizer Kantonen Neuenburg, Waadt und Genf sowie in Basel-Stadt. Das für die Volksinitiative notwendige Ständemehr kam damit problemlos zusammen. Mit der Minarett-Initiative wurde zum 17. Mal seit der Einführung des Initiativrechts im Jahr 1891 eine Volksinitiative angenommen.

bac/scd/ap

So hat die Schweiz abgestimmt: