ABSTIMMUNG: Wuchtiges Ja zum zweiten Abschnitt der Südumfahrung Küssnacht

Mit 63 Prozent Ja-Stimmen befürworten die Küssnachter den 116,5 Millionen Franken schweren Verpflichtungskredit für den zweiten Teil der Südumfahrung. Bezirksammann Michael Fuchs trägt das Resultat mit Fassung. Die Initianten jubeln.

Drucken
Teilen
Südumfahrung Küssnacht: Was geplant ist (Bild: Grafik aus dem Archiv (15. Mai 2017))

Südumfahrung Küssnacht: Was geplant ist (Bild: Grafik aus dem Archiv (15. Mai 2017))

Es ist das teuerste Geschäft, mit dem sich die Stimmbürger im Bezirk Küssnacht je befasst haben: 116,5 Millionen Franken kostet für sie der zweite Abschnitt der Südumfahrung. Das wollen sich die Küssnachter leisten. Mit 2960 zu 1721 Stimmen sagten sie Ja zum entsprechenden Verpflichtungskredit. Dies bei einer Stimmbeteiligung von 58,1 Prozent. Insgesamt kostet der zweite Abschnitt 194 Millionen Franken. Auch der Kanton muss noch seinen Beitrag leisten.

Das Projekt sieht einen 1125 Meter langen Tunnel «Pfaffenhaut» von der Räbmatt bis ins Breitfeld am südlichen Dorfende vor (siehe Grafik). Er ist die Ergänzung zum ersten Abschnitt, der vom Anschluss Ebnet bis zur Räbmatt führt und 2020 fertiggestellt werden soll. Der Tunnel soll eine leichte Steigung von 2,4 Prozent haben und das Dorf vom Verkehr und damit auch von Lärmemissionen entlasten. Denn die Grepperstrasse ist stark befahren: 9500 Fahrzeuge rollen dort täglich über den Asphalt. Trotzdem empfahl der Bezirksrat das Geschäft zur Ablehnung – zu teuer sei es. 2016 verfügte der Bezirk über ein Eigenkapital von rund 47 Millionen Franken.

Längere Abschreibung möglich

Bezirksammann Michael Fuchs (SP) nimmt das Resultat auf Anfrage unserer Zeitung gelassen. Es sei nicht überraschend. Was bedeutet die Investition jetzt für die Bezirkskasse? «Derzeit ändert sich noch nichts. Wir werden das Projekt und dessen Auswirkungen Schritt für Schritt angehen», sagt Fuchs. Eine Steuererhöhung sei derzeit kein Thema. Immerhin: Durch eine Gesetzesänderung sei es möglich, grössere Projekte über einen längeren Zeitraum und mit kleineren Beträgen abzuschreiben. Nun blicke der Bezirksrat nach Schwyz: Der Kantonsrat muss nämlich darüber befinden, den zweiten Abschnitt ins kantonale Strassenbauprogramm aufzunehmen. «Ich gehe davon aus, dass das klare Votum unserer Bevölkerung beim Kantonsrat einen positiven Einfluss haben wird», so Fuchs.

Für den zweiten Abschnitt gekämpft hat das Initiativkomitee «Südumfahrung Plus». Entsprechend erleichtert ist Mitinitiant Hans Lüthold: «Mit einem solch klaren Votum konnte niemand rechnen. Das ist fabelhaft.» Mit dem Ausgang dieser Abstimmung ist die Arbeit des Komitees eigentlich beendet. Erst sorgte es für eine Pluralinitiative, dann für einen Planungskredit und nun für den Verpflichtungskredit – alle Urnengänge wurden gewonnen.

«Wir werden der Politik aber weiterhin auf die Finger schauen», erklärt Lüthold. Besonders der Kantonsrat sei jetzt in der Pflicht. Nur: Wann über die Aufnahme ins Strassenbauprogramm entschieden wird, ist noch unklar. Hans Lüthold geht davon aus, dass die zweite Etappe um 2027 herum gebaut werden kann. Fertigstellung sollte um 2035 sein. Dann dürfte auch der erste Abschnitt, der sich jetzt im Bau befindet, seine volle Wirkung entfalten.

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch