Ärger für SBB und Bahn-Reisende am Gotthard

Rückschlag für die SBB auf der Gotthardstrecke: Der moderne Hochgeschwindigkeitszug ETR 610, der Luzern direkt mit Mailand und Venedig verbindet, muss ohne Neigetechnik fahren. Und es gibt noch mehr Ärger.

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Kommt auf der Gotthardstrecke zum Einsatz, jedoch vorerst ohne Neigetechnik: Der Pendolino ETR 610. (Bild: pd)

Kommt auf der Gotthardstrecke zum Einsatz, jedoch vorerst ohne Neigetechnik: Der Pendolino ETR 610. (Bild: pd)

Der neue ETR 610 kommt zwar auf der Strecke Basel-Luzern-Mailand-Venedig zum Einsatz. Da das Bundesamt für Verkehr die Neigetechnik am Gotthard noch nicht vollständig zugelassen hat, verkehren die Züge vorerst ohne Neigetechnik. Für die Bahn-Reisenden heisst dies, dass die Züge mit rund 20 Minuten Verspätung in Mailand eintreffen. Die Passagiere werden dennoch pünktlich in Venedig eintreffen, da in Mailand die Wartezeit derzeit 45 Minuten betrage, schreiben die SBB in einer Medienmitteilung am Dienstag.

Im komplexen Bewilligungsverfahren müssen im Dossier noch einzelne Punkte zu den Messauswertungen genauer geklärt werden. Die SBB müssen hier noch Unterlagen nachliefern. Wann die Betriebsbewilligung erfolgen soll, ist derzeit unklar.

Ärger auch mit der ETR-470 Komposition
Auch die ETR-470 Kompositionen sorgen immer wieder für Ärger auf der Gotthardstrecke. Zwar hätten die technischen Störungen gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte reduziert werden können. In den letzten zwei Wochen seien aber wieder vermehrt Probleme aufgetreten. Zugsausfälle und Verspätungen sind an der Tagesordnung.

Wieder in Chiasso umsteigen
Die SBB reagiert und setzt vereinzelt ICN-Kompositionen anstelle der pannenanfälligen ETR-470-Kompositionen ein. Deshalb müssen Reisende in Chiasso auf einen Zug der Trenitalia umsteigen. Die Reisezeit verlängert sich um 4 bis 8 Minuten. Weiter werden ab dem Fahrplanwechsel bis Ende Januar 2011 mit einem zusätzlichen ICN doppelt geführt. So werde garantiert, dass die Züge auf der Gotthardachse über die Festtage stabil verkehren.

rem