ALARMIERUNG: Sirenen-Fehlalarm: Schwyz ergreift Massnahmen

Im Kanton Schwyz hat ein falscher Wasseralarm im April 2015 Probleme bei den Behörden und beim Verhalten der Bevölkerung offenbart. Mehrere Massnahmen sollen die Arbeit der Sicherheitsleute verbessern und die Bevölkerung für richtiges Verhalten sensibilisieren.

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Bei einer Routineüberprüfung wurden aus Versehen 36 Alarmmsirenen ausgelöst. (Symbolbild Keystone/Urs Jaudas)

Bei einer Routineüberprüfung wurden aus Versehen 36 Alarmmsirenen ausgelöst. (Symbolbild Keystone/Urs Jaudas)

Bei einer Routineüberprüfung waren am 7. April gegen 7.43 Uhr aus Versehen alle 36 Wasseralarmsirenen in den Bezirken March, Höfe und Einsiedeln ausgelöst worden. Bei der Schwyzer Kantonspolizei gingen nach der Fehlmanipulation innert 40 Minuten über 450 Notrufe von besorgten Bürgern ein.

Die Reaktionen auf den Fehlalarm hätten gezeigt, dass in einem Ernstfall nicht alles wunschgemäss funktioniert hätte, teilte das Schwyzer Sicherheitsdepartement am Donnerstag mit. Neben Optimierungspotenzial bei den Abläufen bei den Behörden und der Zusammenarbeit mit dem Bund habe das Verhalten der Bevölkerung Unsicherheiten bezüglich raschem und richtigem Handeln verdeutlicht.

Das Amt für Militär, der Feuer- und Zivilschutz, die Kantonspolizei, die Gemeinden, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz sowie die Kraftwerke beschlossen mehrere Massnahmen. Diese wurden grösstenteils bereits umgesetzt. Die Bevölkerung soll mit Informationskampagnen besser informiert werden.

Zwei Alarme – unterschiedliches Verhalten

Zu den weiteren Massnahmen zählen eine bessere Schulung der Polizeimitarbeiter, die den Alarm auslösen, neue Wasseralarm-Merkblätter für Bewohner gefährdeter Gebiete sowie Informationen für Gemeinde- und Bezirksführungsstäbe.

Seit Mai 2015 arbeiten zudem die Polizeicorps von Schwyz, Zug, Obwalden und Nidwalden bei Notrufen zusammen. Die Einsatzzentralen übernehmen gegenseitig Notrufe, damit es bei Grossereignissen zu keiner Überlastung kommt.

Das Sicherheitsdepartement hält fest, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis, für das ein Alarm nötig ist, eintrete, äusserst gering sei. Umso wichtiger sei es, dass im Ernstfall rasch und richtig gehandelt werde.

Ein allgemeiner Alarm, bei dem ein auf- und absteigender Sirenenton ertönt, warnt die Bevölkerung vor einer Gefährdung und kündigt Verhaltensweisen oder amtliche Mitteilungen an. Er soll die Bevölkerung dazu bewegen, umgehend das Radio einzuschalten.

Der Wasseralarm unterhalb von Stauanlagen besteht aus zwölf nacheinander folgenden tiefen Dauertönen. Sie rufen die Bevölkerung auf, das gefährdete Gebiet sofort zu verlassen und eine nächstgelegene Anhöhe aufzusuchen. (sda)