ALKOHOL AN JUGENDLICHE: Juristen wittern Gesetzwidriges

Dem Kantonsrat ist klar: In Sachen Schutz der Jugend vor Alkoholmiss­brauch gibts Handlungsbedarf. Nur über die Dringlichkeit war man sich uneins.

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Ein Jugendlicher zeigt beim Bierkauf seinen Ausweis: Das soll im Kanton Schwyz Pflicht werden. (Bild Martin Heimann/Neue SZ)

Ein Jugendlicher zeigt beim Bierkauf seinen Ausweis: Das soll im Kanton Schwyz Pflicht werden. (Bild Martin Heimann/Neue SZ)

Der Schwyzer Kantonsrat wandelte gestern eine Motion, die eine Ergänzung des Gastgewerbegesetzes forderte, in ein Postulat um und erklärte dieses erheblich. Die von SP-Kantonsrätin Romy Lalli (Brunnen) und Mitunterzeichnern eingereichte Motion verlangte die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für Alkohol-Testkäufe, die Strafbarkeit der Weitergabe von Alkohol an Minderjährige, die Einführung eines Sirupartikels sowie ein Verkaufsverbot von Alkohol an Kiosken und Shops ab 21 Uhr. 

Gewerbefreiheit beschneiden
Dieser letzte Punkt, der die Gewerbefreiheit tangiert, liess das Ansinnen denn auch in den bürgerlichen Fraktionen die Motion, als zeitlich zu eng gefasste parlamentarische Form, scheitern. Mit 44 zu 47 Stimmen relativ knapp. Vor allem die FDP und die SVP argumentierten, mit einem derartigen Verkaufsverbot werde die Gewerbefreiheit arg strapaziert. Ausserdem wurde bezweifelt, dass sich Jugendliche, die bereits ein Alkoholproblem hätten, durch eine solche Massnahme vom Alkoholkauf abhalten liessen. Sie würden ihn einfach anderswo besorgen. Der Bierbrauer Alois Gmür (CVP Einsiedeln), erklärte, das bestehende Recht genüge, um die Jugend wirkungsvoll zu schützen. «Es muss gar nichts gemacht werden.» Alkohol sei in Europa ein Kulturgut. Statistiken zeigen, dass in Europa nur noch die Schweden und Malteken weniger Alkohol konsumieren als die Schweizer. Ausserdem  könne es nicht auch sein, dass die Jugendlichen nur deshalb an Wochenenden zu hemmungslosen Besäufnissen neigen, weil sie unter der Woche keinen Kontakt mit Alkohol haben, mithin also nichts mehr vertragen?

Harry Ziegler

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.