Alkohol verführte zum Schmusen

Die Fasnachtsvereinigung Muotathal gab wieder einmal ihren «Schitzulbank» zum Besten. Verantwortlich für die bissigen Zeilen ist Cornel Gwerder.

Andrea Schelbert
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Der Vorstand der Fasnachtsgesellschaft Muotathal singt und zeigt mit den Stöcken auf die Zeichnungen. (Bild Andrea Schelbert)

Der Vorstand der Fasnachtsgesellschaft Muotathal singt und zeigt mit den Stöcken auf die Zeichnungen. (Bild Andrea Schelbert)

Kurioses und Amüsantes war gestern von der Fasnachtsvereinigung Muotathal zu erfahren. Diese sang und las der Muotathaler Bevölkerung wieder ihren «Schnitzulbank» vor. Gestartet wurde um 10.30 Uhr vor dem Restaurant Schönenboden im Bisisthal. Wie immer hatte der Vorstand der Fasnachtsvereinigung seine Stöcke dabei und zeigte damit auf die Zeichnungen von Maurus Föhn. So war unter anderem ein Mann zu sehen, der seinen Hintern versohlen liess: «Uf sini Kollegä hedsi einä a sim Polterabig ä chönnä verlah, für äs paar Fränkli hendum d Lüüt chönnä ufs blutt Füdlä inäschlah, zimli schissägä ischär duä a sinä Kollegä am Abig drvo, käs Wunder, hed är doch flätt blau Füdläbaggä übercho.»

Wrestling im Pub

Die Muotathaler berichteten gestern auch von zwei Männern, die nach viel Bier und Wein im «Alpenrösli» zu schmusen begonnen haben. Im Pub wurde Wrestling betrieben, sodass sich einer der Beteiligten das Schlüsselbein gebrochen hat. Und ein Muotathaler soll laut Schnitzulbank in die Türkei geflogen sein, um dort bei einer Schönheitsoperation die Stirnfalten loszuwerden. Auch der neue Zonenplan, die Feuerwehr und die Stoosbahn sorgten für Schlagzeilen: «Die nü Stoosbahn duäd üs änu enzückä, doch äs paar Millionä meh Buuchöstä düönd d Stimmig ächli drückä, und ä Buustopp düänds gad änu ha, will einä nüd wott hindär das Vorhabä stah.»

Doch wer dichtet und schreibt die Muotathaler Schnitzulbank überhaupt? Wirkt da ein Gremium, das geheim bleiben will? Keineswegs! Ein einziger Mann ist dafür verantwortlich: Der Muotathaler Cornel Gwerder. Die Bevölkerung und die Mitglieder der Fasnachtsgesellschaft erzählen ihm, wenn ein Muotathaler etwas Besonderes oder Schräges bewerkstelligt hat. «Ich frage die Leute aber auch immer wieder», erklärt Gwerder. Zwischendurch müsse er auch Kritik einstecken, «bedroht wurde ich aber noch nie».

Wie lange er für den Schnitzulbank benötigt, kann er nicht genau sagen. «Ein paar Stunden», meint er. Manchmal falle ihm in einer halben Stunde nichts ein, an einem anderen Tag schreibe er vier Episoden in einer Stunde. «Wenn es läuft, ist es eine schöne Arbeit. Wenn nicht, nervt es mich», sagt er lachend.

Cornel Gwerder und Gery Schelbert lesen den Schnitzulbank jeweils vor. Welche Bedeutung hat dieser Tag für sie? «Es ist einer der schönsten Tage, den wir miteinander erleben», schwärmt Gwerder. Für Gery Schelbert gehört der Schnitzulbank zur Muotathaler Fasnacht. «Es ist Kultur», sagt er. Rund 700 Schnitzulbänke à 3 Franken verkauft die Fasnachtsvereinigung Muotathal jeweils. Erstmals wird der Schnitzulbank heuer am Abend in den Restaurants gesungen. «Weil wir nicht mehr viele Maschgraden haben, möchten wir damit etwas zur Unterhaltung beitragen», erklärt Gery Schelbert.

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Alter Herr mit Hudi. (Bild: Cornel Hodel)
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Fasnachtsumzug Küssnacht am Rigi 2018 (Bild: Mario Burger)
Fasnachtsumzug Küssnacht am Rigi 2018 (Bild: Mario Burger)
Fasnachtsumzug Küssnacht am Rigi 2018 (Bild: Mario Burger)
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Alter Herr mit Hudi. (Bild: Cornel Hodel)