Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALPHORN: «Hatte immer Freude an Musik»

88-jährig wird der Ruswiler Josef Erni im August. In Sarnen trat er gleich dreimal zum Alphornblasen an.
Josef Erni (links) mit Willi Marti aus Willisau beim Wettvortrag auf dem Landenberg. (Bild Manuela Jans)

Josef Erni (links) mit Willi Marti aus Willisau beim Wettvortrag auf dem Landenberg. (Bild Manuela Jans)

Robert Hess

Einige Schweisstropfen musste sich Josef Erni am Samstagvormittag nach dem Aufstieg zum stimmungsvollen Freiluft-Wettkampflokal auf dem Landenberg von der Stirne wischen. Dann machte er sich mit seinen Kollegen von der Alphorngruppe Dagmersellen zum ersten Wettvortrag bereit und erfreute die Zuhörer mit «Kameraden» von Gilbert Kolly. Begleitet wurden die schönen Töne von Büchel und Alphorn während des ganzen Tages durch lebhaftes Zwitschern der Vögel, die sich in den Bäumen ihren Logenplatz ergattert hatten. «Störte Sie das Gezwitscher nicht?», so die Frage an Sepp Erni. «Nein, überhaupt nicht, ich musste mich ja voll aufs Blasen konzentrieren», antwortete er lachend.

Mit dem Alphorn ein Spätberufener

Der frühere Landwirt hat erst als 64-Jähriger begonnen, Alphorn zu blasen. «Ich hatte immer Freude an der Musik», berichtet er, «doch meine musikalische Liebe galt während 60 Jahren vor allem dem Flügelhorn und dem Bariton im Musikverein Ruswil.» Alphorn habe sein Sohn Andreas geblasen. «Und er hat mich 1991 gebeten, mit ihm am Jodlerfest in Engelberg im Alphornduo aufzutreten.» Der Vater liess sich überzeugen, fing mit dem Üben an, hatte aber kein eigenes Alphorn. «So bin ich eines Tages zum ‹Stocker› nach Luzern gefahren und habe mir eines gekauft», erzählt Erni. So war der Weg zum ersten Wettvortrag im Duo mit Sohn Andreas frei, «und wir holten uns gleich mit einer Eins die beste Klassierung», freut er sich noch heute. «Von da an nahm ich jedes Jahr an mindestens einem Jodlerfest teil, entweder allein, im Duo mit meinem Sohn oder in einer Gruppe – vor allem mit der Alphorngruppe Dagmersellen oder der Alphornbläsergruppe Santenberg, Egolzwil. In beiden Formationen präsentierte sich Sepp Erni auch in Sarnen. Zudem trat er mit Willi Marti aus Willisau im Duo auf.

Herzinfarkt kam dazwischen

Eigentlich hatte Josef Erni einen vierten Auftritt in Sarnen geplant. Im Obwaldner Hauptort war er nämlich bereits 1993 beim Eidgenössischen zusammen mit seinem heute 50-jährigen Sohn Andreas aufgetreten, und dieses Ereignis wollte er am Samstag wiederholen. Doch es kam anders: «Andreas erlitt vor rund zwei Wochen einen Herzinfarkt und musste verzichten», bedauert Vater Erni. Andreas sei zwar glücklicherweise auf dem Weg zur Besserung, doch brauche er mindestens zwei Monate Erholungszeit.

Hat man mit 88 Jahren überhaupt noch genügend Luft zum Alphorn­blasen? «Entgegen der Meinung vieler braucht es zum Alphornblasen nicht in erster Linie viel Luft», antwortet Sepp Erni. «Es kommt vor allem auf die Atemtechnik an. Und solange ich daran Freude habe, mache ich weiter, und wenn es einmal nicht mehr geht, höre ich gerne den andern Alphornbläsern zu.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.