Anklage wegen gewerbsmässigem Betrug

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz hat gegen den früheren Eigentümer der Ipco Investment AG in Pfäffikon und gegen zwei weitere Personen Anklage erhoben. Der Vorwurf: Gewerbsmässiger Betrug.

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Die Firma Ipco hatte von 1997 bis 2004 von rund 650 Kunden insgesamt fast 125 Millionen Franken entgegen genommen. Zweck der Zahlungen war Vermögensverwaltung und Devisenhandel, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz mitteilt. Die Kunden von IPCO hätten von der Gesellschaft Kontoauszüge erhalten, in denen die für die Kunden durchgeführten Devisengeschäfte ausgewiesen wurden.

Gemäss dem Ergebnis der Strafuntersuchungen haben die Devisengeschäfte nicht stattgefunden. Die ausgewiesenen Devisengeschäfte und die durch diese erzielten Renditen waren fiktiv. Die Rückzahlungen an die Kunden erfolgten aus den Einlagen der Kunden (Schneeballsystem).

Aus diesem Grund hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den früheren Eigentümer der Firma Ipco Investment AG (in Liquidation) aus Pfäffikon und gegen zwei weitere Personen erhoben. Ihnen wird gewerbsmässiger Betrug und Gehilfenschaft vorgeworfen.

Früherer Besitzer in Brasilien aufgespürt

Im Frühling 2004 hatte Ipco Strafanzeige erstattet. Die Strafuntersuchungen waren ausserordentlich aufwändig und erforderten mehr als 40 Rechtshilfeersuchen an andere Staaten zum Zwecke der Sachverhaltsabklärung, Vermögensbeschlagnahme und der Durchführung von Einvernahmen.

Der nun angeklagte frühere Eigentümer von Ipco war im Frühling 2004 nach Brasilien geflüchtet. Dort wurde er im Oktober 2004 verhaftet und in Auslieferungshaft gesetzt. In deren Verlauf wurde ihm Hausarrest zugestanden, worauf er im August 2007 in Brasilien untertauchte. Im April 2008 stellte er sich in Argentinien den Behörden und wurde im Juli 2008 an die Schweiz ausgeliefert.

Im Oktober 2005 eröffnete die Eidgenössische Bankenkommission den Konkurs über Ipco. Gemäss dem durch den Konkursliquidator erstellten Kollokationsplan (Verzeichnis mit Umfang und Rang der Forderungen) umfassen die Forderungen respektive Ausfälle der Kunden von Ipco rund 67 Millionen Franken. Der Konkursliquidator rechnet mit einer Konkursdividende von 2,5 Prozent bis 4 Prozent.

pd/bep