ARMEND SHAQIRI: Mutige Fortbewegung nach Pariser Art

Armend Shaqiri aus Einsiedeln betreibt die Sportart «Parkour». Dabei geht es darum, sich möglichst effizient fortzubewegen – und nicht abzustürzen.

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Für ihn gibt es keine Hindernisse: Armend Shaqiri mitten im Sprung. (Bild pd)

Für ihn gibt es keine Hindernisse: Armend Shaqiri mitten im Sprung. (Bild pd)

Es muss deprimierend sein. Armend Shaqiri sitzt in einem Einsiedler Kaffee und erzählt von seiner Leidenschaft – dem Parkour. Doch bis er seinen Sport wieder richtig betreiben kann, werden zwei Monate vergehen. Der 18-Jährige hat sich vor einigen Wochen den Meniskus gerissen. «Und das nicht einmal beim Parkour», sagt Shaqiri. «Dabei hätte jetzt die beste Trainingszeit begonnen.» Der junge Einsiedler übt eine Sportart aus, die hierzulande nur wenig bekannt ist. Parkour ist «die Kunst der effizienten Fortbewegung ohne jegliche Hilfsmittel». Erfunden wurde sie in den Achtzigerjahren in Lisses, einem Pariser Vorort. Die Parkour-Sportler nennen sich «Traceur» (französisch: «der den Weg ebnet»).

Die Angst gehört dazu
Wenig später lässt sich Shaqiri auf dem Dach eines mehrstöckigen Bürogebäudes für unsere Zeitung ablichten – im Handstand. Hinter ihm der Abgrund. Hat er nie Angst zu fallen? «Doch, auch ich habe Angst», sagt Armend. Ohne gehe es nicht. «Mit der Zeit lernst du diese zu überwinden und dich selbst richtig einzuschätzen. Du musst langsam anfangen und darfst dich nicht überschätzen, dann kommen die Erfolgserlebnisse von selbst.»

Ernsthaft verletzt hat er sich noch nie. Die Gefahr sei natürlich da, aber der Parkour-Läufer ist sich sicher: «Beim Fussball oder anderen Sportarten ist sie grösser. Wir sind bei jedem Schritt hundertprozentig konzentriert.» Jeden Sprung geht Armend vor der Ausführung im Kopf durch. «Wenn ich springe, hat mein Geist die Aktion bereits gemeistert.»

Daniel Schriber

Armend Shaqiri in Aktion: