ARTH: Möglicher Brandstifter verhaftet

Grosses Aufatmen nach der zweifachen Brandstiftung in Arth. Die Polizei konnte den potenziellen Täter verhaften. Die Untersuchung läuft aber weiter.

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Nach der Brandkatastrophe: Seit Dienstag klappern Schwyzer Polizeikräfte rund um die Brandstätte in Arth das Gelände Zentimeter um Zentimeter nach Spuren ab. (Bild Jürg Auf der Maur)

Nach der Brandkatastrophe: Seit Dienstag klappern Schwyzer Polizeikräfte rund um die Brandstätte in Arth das Gelände Zentimeter um Zentimeter nach Spuren ab. (Bild Jürg Auf der Maur)

Was vorgestern als Gerücht durch die Region schwebte, hat sich jetzt bewahrheitet. Die Kantonspolizei Schwyz hat ganze Arbeit geleistet. Nach den zwei Brandstiftungen – in der Nacht auf Mittwoch, 12. August, wurde ein Stall mit 170 Schweinen ein Raub der Flammen – konnte der potenzielle Täter verhaftet werden. Es handelt sich um einen Einheimischen, der Ort und Leute gut kennt. Der 48-jährige Schweizer ist im Arther Vereinsleben zudem gut integriert. Über seine Motivation zur Tat ist noch nichts bekannt geworden. Ein Geständnis hat er zudem noch nicht abgelegt.

Polizei schweigt

Bei der Kantonspolizei Schwyz will man diese Informationen offiziell aber weder bestätigen noch dementieren. «Zurzeit machen wir keine Angaben über den Ermittlungsstand», richtet David Mynall, Mediensprecher der Kantonspolizei, auf Anfrage aus. Grund für die zurückhaltende Informationspolitik: «Wir arbeiten mit höchster Priorität an der Klärung der Brandfälle in Arth, können uns aber mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht zu den Gerüchten äussern.»

Seit Dienstag sind rund 10 Schwyzer Polizeibeamte daran, das Wiesland rund um den abgebrannten Stall in Arth nach Spuren zu untersuchen. Selbst strömender Regen konnte die Beamten nicht davon abhalten, das gesamte Gelände Millimeter um Millimeter abzusuchen.

Ziel solcher Abklärungen ist, den Tathergang rekonstruieren zu können und für spätere Verfahren mögliche Beweisgrundlagen sicherzustellen. Selbst DNA-Spuren zur späteren Überführung des Täters können so gefunden werden. Das ist auch nötig, denn bis auf Weiteres gilt die Unschuldsvermutung.

Bauern atmen auf

Die Landwirte in der Gemeinde Arth schnaufen hörbar auf. Sie haben sich untereinander schon früh über die Verhaftung informiert. Gleichzeitig sind sie voll des Lobes über die Arbeit der Schwyzer Polizei. Der potenzielle Täter wurde offenbar dingfest gemacht, als er zu einer weiteren Tat unterwegs war. Die Polizei hatte aber das ganze Gebiet weiträumig mit Wärmebildkameras ausgerüstet. Sie war deshalb vor Ort, als der verdächtigte Brandstifter am Sonnenberg in Arth erneut unterwegs war und konnte sofort zuschlagen.

Zwei Brände in drei Tagen

Die Brandstiftung sorgte nicht nur unter den Arther Bauern für Ängste und ein ungutes Gefühl. Nachdem es innert kürzester Frist gleich zu zwei Bränden kam, war der Verdacht gross, dass ein Brandstifter sein Unwesen treibt.

Während das erste Feuer am Sonntagabend nur Sachschaden verursachte, kamen beim Brand vom 12. August 170 Schweine ums Leben. Kurz nach 00.45 hatte ein Nachbar das Feuer bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Als diese eintraf, stand ein Teil des Gebäudes bereits im Vollbrand. Das Gebäude wurde total beschädigt. Insgesamt standen über 120 Personen im Einsatz. Dem betroffenen Landwirt gelang es nur noch, die Fahrzeuge während des Brandes ins Freie zu stellen.

Jürg auf der Maur/Franz Steinegger