ASYL: Widerstand gegen geplantes Asylzentrum

Die ehemalige Jugendherberge Wägital in Innerthal soll nicht zu einem Durchgangszentrum für Asylbewerber werden. Die zuständige Parlamentskommission will das Ansinnen der Regierung beerdigen. Sie beantragt dem Kantonsrat, nicht auf das Geschäft einzutreten.

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In der Liegenschaft Schräh, der ehemaligen Jugendherberge soll neu eine Asylbewerber-Unterkunft zu stehen kommen. (Bild: PD)

In der Liegenschaft Schräh, der ehemaligen Jugendherberge soll neu eine Asylbewerber-Unterkunft zu stehen kommen. (Bild: PD)

Eine knappe Kommissionsmehrheit macht bautechnische, regional- sowie asylpolitische Gründe für die ablehnende Haltung geltend, wie es in einer Mitteilung der Kommission für Bauten, Strassen und Anlagen des Schwyzer Parlaments vom Mittwoch heisst. Sie lehnt den Kauf des Gebäudes ab.

Der Regierungsrat will die Jugendherberge Wägital kaufen und als Durchgangszentrum für 30 bis 60 Asylbewerber nutzen. Das Parlament hatte allerdings vor einem Jahr die Kreditvorlage in der Höhe von 1,123 Millionen Franken zurückgewiesen und Alternativen verlangt.

Der Regierungsrat hält an seinen Plänen unverändert fest und beantragt beim Kantonsrat erneut den Erwerb der Liegenschaft. Das Ansinnen, die Liegenschaft zu mieten statt zu kaufen, scheiterte gemäss Regierungsrat am Widerstand der Eigentümerschaft.

Die Kommission habe weiterhin Bedenken bezüglich der vorhandenen bautechnischen Mängel und der Kostenrisiken, insbesondere was die Wasserversorgung und die Inhouse-Kläranlage angehe, schreibt die Kommission. Dazu befürchten Kommissionsmitglieder weitere mögliche Kosten.

Ein Teil der Kommission spricht sich grundsätzlich gegen den Standort in Innerthal für ein Asylzentrum aus. Gegenüber der Bevölkerung im Wägital sei es nicht vertretbar, für die Dauer des Baurechts bis 2040 ein kantonales Durchgangszentrum für Asylsuchende zu betreiben, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Kommission spricht sich für die Fortführung der bestehenden Zentren in Morschach, Muotathal und Küssnacht aus. Das Durchgangszentrum Innerthal wäre das erste im äusseren Kantonsteil.

Der Bund weist Schwyz 1,8 Prozent der Asylbewerber zu. Der Kanton bringt sie in den ersten Monaten in Durchgangszentren unter, um sie intensiv betreuen zu können. Danach werden die Asylbewerber auf die Gemeinden verteilt. (sda)