Autodiebstahl auf Bestellung

Professionelle Banden stehlen Luxuskarossen und bringen sie nach Osteuropa. Ein Wettrennen für die Polizei und die Hersteller.

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Die Bande, die auch in Zug drei Luxusautos gestohlen hat, schreckt vor nichts zurück: Einen in Zürich entwendeten BMW liessen sie in Flammen aufgehen. (Bild: Keystone)

Die Bande, die auch in Zug drei Luxusautos gestohlen hat, schreckt vor nichts zurück: Einen in Zürich entwendeten BMW liessen sie in Flammen aufgehen. (Bild: Keystone)

«Wenn einer ein Auto will, dann holt er es.» Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Luzerner Staatsanwaltschaft, macht Autobesitzern wenig Hoffnungen. Gerade für Besitzer von Luxuskarossen ist das keine gute Nachricht. Denn auf ihre Autos haben es Diebesbanden speziell abgesehen. Im letzten halben Jahr verschwanden in der Zentralschweiz gleich mehrere edle Wagen aus Privatgaragen und Autohäusern. Von den meisten fehlt bis heute jede Spur.

«Hier sind Profis am Werk», erklärt Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden. Hinter den Diebstählen stecken Banden, oftmals mit osteuropäischem Hintergrund. Diese arbeiteten auf Bestellung. «Ein Auftraggeber sagt, welche Autos er gerne hätte», erklärt Schlatter. «Die Banden suchen danach gezielt nach den entsprechenden Fahrzeugen.» In der Schweiz bleiben die Fahrzeuge in der Regel nicht lange. Meistens werden sie über die offene Grenze in ein Nachbarland gefahren.

30 Autos werden jährlich im Kanton Zug entwendet. «Die meisten aus dem oberen Preissegment», erklärt Schlatter. Die einfachen Diebstähle seien praktisch nicht mehr möglich. «Heute braucht es viel Know-how, um ein Auto zu knacken.» Doch die Banden sind gewieft. «Für sie stellen elektronische Sicherheitsmassnahmen kein Hindernis dar», stellt Marcel Schlatter fest. Die Diebe hätten oft Kontakt zu Händlern im Ausland und erhielten von diesen entsprechende Software und Diagnosegeräte, um die Sicherheitssysteme lahmzulegen, weiss ein Branchen-Insider. «Deshalb ist der Diebstahlschutz für uns ein ewiges Wettrennen», so Dino Graf, Mediensprecher der Amag.

Silvan Meier

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