BAG-Massnahmen an Ostern im Stresstest: So beurteilen Zentralschweizer Polizeien die Disziplin der Bevölkerung

Wie hat sich die Zentralschweizer Bevölkerung an Ostern an die Massnahmen des Bundes gehalten? Die Luzerner, Urner, Zuger, Schwyzer und Obwaldner Behörden ziehen grundsätzlich eine positive Bilanz.

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Die Luzerner Polizei hat am Osterwochenende viele Kontrollen durchgeführt.

Die Luzerner Polizei hat am Osterwochenende viele Kontrollen durchgeführt.

Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern,
20. März 2020

(stp) Bis mindestens 26. April gilt in der gesamten Schweiz die «ausserordentliche Lage». Dies bedeutet: Treffen von mehr als fünf Personen sind in der Öffentlichkeit verboten. Damit sind gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) öffentliche Plätze, Spazierwege oder Parkanlagen gemeint. Treffen sich fünf oder weniger als fünf Personen, müssen sie eine Distanz von mehr als zwei Metern einhalten. Wer sich nicht daran hält, wird mit einer Busse bestraft.

Rund 150 eingegangene Meldungen bei der Luzerner Polizei

Für die Durchsetzung der Massnahmen ist im Kanton Luzern die Luzerner Polizei zuständig. Wie die Behörden am Montagnachmittag mitteilten, seien rund 150 Meldungen wegen Covid-19 in der Zentrale eingegangen. Zum grössten Teil ging es dabei darum, dass Personen die Abstände nicht einhalten würden. Vielfach haben die Polizistinnen und Polizisten bei den entsprechenden Kontrollen allerdings das Gegenteil festgestellt.

Alle Luzernerinnen und Luzerner hielten sich aber nicht an die Bundesverordnung: So musste die Polizei beispielsweise am Donnerstagabend um etwa 21.30 Uhr auf dem Rastplatz in Neuenkirch eine Gruppierung von rund 30 Personen auflösen, welche sich mit «hochmotorisierten» Sportwagen traf. Die Intervention verlief ohne Probleme.

Urner, Zuger und Schwyzer Behörden sind zufrieden

Auch in Uri hat die Polizei aufgrund des Coronavirus die Bevölkerung am Osterwochenende stärker kontrolliert. Wie die Kantonspolizei am Ostermontag schreibt, waren die Behörden mit Fahrzeug, Velo, Boot sowie zu Fuss im ganzen Kantonsgebiet unterwegs und überprüften die Einhaltung der Vorgaben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Kantonspolizei kommt zum Fazit, dass sich die Bevölkerung «gut an die Massnahmen gehalten» habe. So war lediglich am Ostersamstag das Personenaufkommen im öffentlichen Raum merkbar grösser als an den übrigen Ostertagen. Ordnungsbussen hat die Kantonspolizei nicht ausgesprochen.

Eine positive Bilanz zieht auch die Zuger Polizei. Wie Mediensprecher Frank Kleiner am Montagnachmittag in einer Mitteilung schreibt, habe der «grösste Teil der Zuger Bevölkerung» die Vorgaben gut befolgt. Dies gilt auch für die Personen an der Seepromenade sowie auf dem Biketrail auf dem Zugerberg. Gemäss Kleiner sind insgesamt mehrere Dutzend Meldungen im Zusammenhang mit den von Bund und Kanton erlassenen Weisungen eingegangen. Ordnungsbussen mussten nur vereinzelt ausgesprochen werden.

Auch im Kanton Schwyz beachtete die Bevölkerung grösstenteils die Regeln. Wie ihre Luzerner, Zuger und Urner Kolleginnen und Kollegen  führte auch die Kantonspolizei Schwyz während ihren Kontrollen zahlreiche Aufklärungsgespräche. Zudem meldete die Polizei, dass das anfänglich grosse Verkehrsaufkommen auf der Ibergereggstrasse am Karfreitag im Verlauf des Wochenendes stark rückläufig. Auch die Obwaldner Bevölkerung hielt sich gemäss Behördenangaben «grösstenteils an die Regeln».

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