BAHNHOFGEBIET: Arth stellt die Weichen für die Zukunft – für 100 Millionen Franken

Mit der Neat-Volleröffnung Ende 2020 wird das Bahnhofgebiet Arth-Goldau zu einem der wichtigsten ÖV-Knotenpunkte der Zentralschweiz. Es soll nun für 100 Millionen Franken aufgewertet werden.

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Der Bahnhof Arth-Goldau und die umliegenden Gebiete sollen umgestaltet werden. (Bild: Erhard Gick (8. Juli 2016))

Der Bahnhof Arth-Goldau und die umliegenden Gebiete sollen umgestaltet werden. (Bild: Erhard Gick (8. Juli 2016))

Die Gemeinde Arth und der Kanton Schwyz haben gemeinsam viel vor: Der Bahnhof Arth-Goldau soll nach dem Vollausbau der Neat im Jahr 2020 zur wichtigsten ÖV-Drehscheibe im Kanton werden. Deshalb soll nun das ganze Bahnhof-Südareal Schritt um Schritt entwickelt werden, damit es zu einem eigentlichen neuen Wohn- und Geschäftszentrum wird.

Gestern stellten der Schwyzer Volkswirtschaftsdirektor Andreas Barraud, Gemeindepräsident Ruedi Beeler und Projektleiter Andreas Schneider die nächsten Schritte der Öffentlichkeit vor.

Bis zu 1300 neue Arbeitsplätze

Die Strategie umfasst vier Stossrichtungen. Gestoppt ist die Neugestaltung des Bahnhofplatzes. Diese muss erneut ausdiskutiert werden, nachdem in der Vernehmlassung viele kritische Voten eingereicht worden waren. Beeler: «Wir hoffen, einen gemeinsamen Nenner zu finden.»

Zunächst stehen deshalb die Entwicklung des Bahnhofareals Süd, von den Rigibahnen Richtung Güterbahnhof und die wichtige neue Erschliessungsstrasse, der Schuttweg, im Vordergrund (siehe Box). Erste grobe Schätzungen gehen davon aus, dass im Bahnhofgebiet bis 2030 Platz für 700 bis 1300 Arbeitsplätze und Wohnraum für 500 Einwohner geschaffen werden kann. Beeler: «Sofern der östliche Arealteil nach 2035 frei würde, könnten es nochmals weitere 700 bis 1300 Arbeitsplätze und 400 Einwohner sein.»

Das Areal soll mit mehreren mehrstöckigen Gebäuden neu gestaltet werden, wobei jeweils die unteren drei Stockwerke für Büro- und Gewerberäume reserviert sind. Alles in allem sollen 120 000 Quadratmeter neue Geschossfläche entstehen. Dazu kommen zwei maximal 55 Meter hohe Hochhäuser, wobei im ersten das Hotel untergebracht ist, welches die Rigibahnen erstellen wollen.

Bahnhofplatz kostet bis zu 16 Millionen

Das alles kostet und löst grosse Investitionen aus. Beeler und die Planer gehen davon aus, dass bis 2020 60 bis 100 Millionen Franken investiert würden. Darin enthalten sind auch die 52 Millionen Franken, mit denen die SBB bereits jetzt daran sind, den Bahnhof auf den neuesten Stand zu bringen.

Das alles kostet viel Geld: ­Allein der neue Bahnhofplatz wird, so der Stand der heutigen Planung, auf 10 bis 16 Millionen Franken zu stehen kommen. Dazu kommen 7 bis 10 Millionen für die Planung und Realisierung des Schuttweges und die Erschliessung Mythenachse–Rigiplatz.

Regierung: Wirkung auf den gesamten Kanton

Die Arther Pläne freuen den Schwyzer Volkswirtschaftsdirektor, wie er gestern in Goldau deutlich machte. «Das stärkt nicht nur wirtschaftlich Arth, sondern die gesamte Region und den Kanton bezüglich ÖV-Anschliessung, die Schaffung von neuen Arbeits- und Ausbildungsplätzen», führte Regierungsrat Barraud aus.

 

Jürg Auf der Maur

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch