Bancomaten-Betrüger: Zwei Bulgaren verurteilt

Zwei Betrüger haben in der Zentralschweiz zahlreiche Geldautomaten manipuliert und mehrere Zehntausend Franken abgeschöpft. Nun sind sie zu Freiheitsstrafen verurteilt worden.

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Am 1. April 2011 bemerkte ein aufmerksamer Kunde an einem Bancomaten in Seewen, dass der Karteneinzug mit einem Vorbau ausgerüstet war. Weil er die Polizei orientierte, konnten Ende April in Luzern ein 32- und 34-jähriger Bulgare auf frischer Tat ertappt werden, wie sie einen Aufsatz an einem Bancomaten entfernten.

Bedingte Freiheitsstrafe von 6 Monaten

Die Untersuchung ergab, dass die beiden bereits für die Tat in Seewen verantwortlich waren. Sie wurden deshalb im August 2011 von Luzern an die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz zugeführt. In der Folge konnten Taten aus den Kantonen Schwyz, Aargau, Zürich, Zug, Bern und Luzern geklärt werden. Die Schadenssumme betrug mehrere Zehntausend Franken. Die Staatsanwaltschaft verurteilte die beiden Bulgaren zu je sechs Monaten Freiheitsstrafe – bedingt, weil keine Vorstrafen vorlagen. Angerechnet wurde ihnen die Untersuchungshaft von rund viereinhalb Monaten. Die beiden haben die Schweiz bereits verlassen. Das Amt für Migration verfügte ein Einreiseverbot.

pd/rem

Das ist «Skimming»

Beim sogenannten Skimming kopieren die Täter den Kartenmagnetstreifen, wenn ein Bancomat-Benutzer seine Karte einsetzt. Die Täter filmen gleichzeitig die Codeeingabe. Mit den gewonnenen Daten werden die Magnetstreifen von Kartendubletten beschrieben, mit denen im Ausland Geldbezüge zu Lasten der ahnungslosen Karteninhaber gemacht werden. Geldbezüge an Schweizer Bancomaten sind mit Kartendubletten nicht möglich, da diesen der sicherheitsrelevante Chip fehlt. An veralteten Bancomaten im Ausland dagegen (siehe zweite Box) genügen ein kopierter Magnetstreifen und der ausspionierte PIN-Code für einen Geldbezug.

So kann ich mich vor Skimming schützen

– Kontrollieren Sie den Bancomaten vor dem Bargeldbezug auf Auffälligkeiten. Stellen Sie lose Teile oder technische Veränderungen fest, informieren Sie sofort die Bank oder Polizei.

– Geben Sie Ihren Pin-Code vor neugierigen Blicken geschützt ein. Halten Sie eine Hand über der Tastatur, um das Filmen der Eingabe zu verhindern. Geben Sie den Geheimcode niemandem bekannt – auch nicht der Bank.

– Sollte Ihre Karte im Geldautomaten blockiert sein, nehmen Sie keine Hilfe von Unbekannten an und informieren Sie umgehend die betroffene Bank.

– Prüfen Sie eine Sperrung Ihrer Bankkarten für gewisse Länder für die USA, die Dominikanische Republik, Russland oder die Ukraine.

– Prüfen Sie Ihre Kontoauszüge innerhalb von 30 Tagen sorgfältig und melden Sie Unstimmigkeiten sofort bei Ihrer Bank. So kann diese die Karte sperren. Erstatten Sie Anzeige.

zim/rom