BAUPROJEKT: Initiative gegen geplante Axenstrasse lanciert

In Schwyz hat ein überparteiliches Komitee eine kantonale Volksinitiative gegen den Neubau der Axenstrasse gestartet. Diese will in der Verfassung festschreiben, dass sich die Schwyzer Behörden beim Bund für eine Sanierung und gegen das Tunnelprojekt einsetzen müssen.

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Blick auf die Axenstrasse oberhalb des Mositunnels. (Archivbild René Meier / luzernerzeitung.ch)

Blick auf die Axenstrasse oberhalb des Mositunnels. (Archivbild René Meier / luzernerzeitung.ch)

Das Komitee «Axen vors Volk» wehrt sich vor allem wegen der finanziellen Mehrbelastung des Kantons Schwyz und aus Furcht vor mehr Transitverkehr gegen das Neubauprojekt des Bundes, wie es am Freitag mitteilte.

Ziel der Initiative «Axen vors Volk - Für Sicherheit ohne Luxustunnel» sei eine Sanierung der bestehenden Nationalstrasse am Axen mit dem Bau von Rad- und Gehwegen sowie ein Kurztunnel für die Umfahrung von Sisikon.

Der geplante Bau der neuen Axenstrasse mit zwei Tunnels für 980 Millionen Franken sowie die Sanierung der bestehenden Strasse für weitere 240 Millionen Franken und die Übernahme der alten Strasse durch den Kanton Schwyz sollen verhindert werden.

Dem 15-köpfigen Initiativkomittee gehören unter anderem kantonale Politiker von Grünen und SP an, darunter Nationalrat und SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin. Für das Zustandekommen der Initiative sind 2000 Unterschriften nötig.

Schwyz müsse sich mit 62 Millionen Franken an den Kosten beteiligen und nach der Übernahme der alten Strasse zusätzlich für deren Unterhalt aufkommen, schreiben die Initianten. Weiter befürchten sie bei einem Ausbau am Axen mehr Transitverkehr für Rothenthurm und den Schwyzer Talkessel.

Beim geplanten Bau der neuen Axenstrasse handelt es sich um ein Nationalstrassenprojekt des Bundes. Den Kantonen Schwyz und Uri respektive deren Regierungsräten kommen bei der Umsetzung aber grössere Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten zu.

Ein juristisches Gutachten im Auftrag des Initiativkomitees kommt zum Schluss, dass es wahrscheinlich sei, dass der Bund bei einem negativen Volksentscheid im Kanton Schwyz das Projekt nicht realisiere.

Neue Strasse mit zwei Tunnels

Die Axenstrasse zwischen Brunnen und Flüelen wurde seit den 1930er Jahren mehrmals saniert und ausgebaut. Trotzdem genügt sie gemäss dem Bund den heutigen Anforderungen etwa bezüglich Sicherheit nicht mehr.

Ab 2017 soll darum zwischen Ingenbohl vor Brunnen und Gumpisch bei Sikison eine neue knapp acht Kilometer lange Strasse gebaut werden. Das 740 Millionen Franken teure Projekt sieht zwei neue Tunnels und dazwischen einen kurzen offenen Hangabschnitt vor. Die Eröffnung ist für 2025 vorgesehen.

Die bestehende Axenstrasse soll während der Bauphase grundsätzlich immer in Betrieb sein. Danach soll sie auf Kosten des Bundes für den Tourismus sowie den Langsamverkehr aufgewertet werden und an die Kanton Schwyz und Uri übergehen.

Der Bund bezahlt rund 94 Prozent des Neubau-Projekts, die beiden Kantone Uri und Schwyz übernehmen den Rest. Dabei muss Schwyz den grösseren Teil übernehmen, weil die neue Axenstrasse mehrheitlich auf Schwyzer Boden liegt.

Im Sommer 2014 begann das öffentliche Plangenehmigungsverfahren für das gesamte Projekt. Dieses dauert rund ein Jahr. Danach sollen die Detailprojekte erstellt und die Unternehmerleistungen ausgeschrieben werden.

sda