Bedrohte Unterwasserwelt
Augen auf bei der Angelfischerei in der Zentralschweiz

Die Umweltfachstellen der Kantone warnen: Die Diversität der gesunden Gewässer wird bedroht durch invasive gebietsfremde Tiere und Pflanzen. Einfache Regeln können dem einfach entgegenwirken.

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Fischen erlebt seit Beginn der Pandemie einen Aufschwung.

Fischen erlebt seit Beginn der Pandemie einen Aufschwung.

Bild: Anian Heierli / Urner Zeitung

Für Fischerinnen und Fischer ist wichtig, dass die Gewässer wie auch Tiere gesund sind. Viele verschiedene Fischarten sprechen für ein gutes Ökosystem unter Wasser. Diese Diversität ist jedoch im Ungleichgewicht. Wie die Umweltfachstellen der Zentralschweizer Kantone in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben, liegt der Grund in gebietsfremden Tieren und Pflanzen, die Schäden verursachen (auch invasive Neobiota genannt). Diese beeinflussen die Ökosysteme in Flüssen, Bächen und Seen.

Das wiederum beeinflusst den Fischfang. Einerseits können invasive Fische andere Fischarten verdrängen. Das ist zum Beispiel mit den Schwarzmeergrundeln in der Region Basel geschehen.

Andererseits können invasive Arten indirekt grossen Einfluss auf die Nahrungskette nehmen. Zum Beispiel befürchten Experten, dass die Quaggamuschel viele Nährstoffe aus dem Wasser filtert. Dies hat zur Folge, dass Fischnährtieren (etwa Wasserflöhe) die Nahrung fehlt. Schliesslich fehlt dadurch auch den Fischen die Nahrung.

Dies ist eine gefrässige Kesslergrundel.

Dies ist eine gefrässige Kesslergrundel.

Bild: PD/Universität Basel

Beachten Sie folgende Regeln, wenn Sie an verschiedenen Gewässern fischen:

  • Kontrollieren Sie Ihre Fischereiausrüstung und -kleidung auf Rückstände von Pflanzen und Tieren.
  • Reinigen Sie die gesamte Ausrüstung gründlich mit Wasser – wenn möglich mit heissem. Entleeren Sie sämtliches Restwasser aus Behältern direkt am Ursprungsgewässer.
  • Lassen Sie die Ausrüstung vor der Nutzung an einem anderen Gewässer vollständig trocknen.
  • Verwenden Sie Köderfische nur im Herkunftsgewässer.

Fischer und Boote sind die grössten Treiber des Ungleichgewichts

Wie die Experten schreiben, gilt als wichtigste Ursache für die Verschleppung der Neubiota Boote. Aber: Auch beim Fischen besteht das Risiko, zur Verbreitung beizutragen. Dies oft unbewusst; der grosse Höckerflohkrebs beispielsweise bleibt gerne an Stiefeln oder Wathosen hängen. Darüber hinaus können invasive Tierarten im Larvenstadium oder als Jungtiere verschleppt werden - in Eimern oder anderen Behältern sind die teilweise von Auge kaum sichtbar.

Doch wie kann die Verbreitung von Fischkrankheiten vermieden werden? Zentral ist das Reinigen und Desinfizieren der Ausrüstung, die Nutzung toter Köderfische nur im Herkunftsgewässer oder das grundsätzliche Verbot der Verwendung lebender Köderfische. (zgc)

Kamberkrebs

Kamberkrebs

Bild: PD