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BEINWIL: Eine Baumreihe mit Beinwiler Wappenbäumen

Die IG «Bäumige Zukunft» pflanzte mit Primarschülern 30 Linden- und Eichenbäume zwischen Wiggwil und Beinwil. Ziel des Projekts ist die Aufwertung des Lebensraums und die Förderung der Biodiversität.
Mit vereinten Kräften wird ein Zeichen gesetzt für einen natürlicheren Lebensraum.

Mit vereinten Kräften wird ein Zeichen gesetzt für einen natürlicheren Lebensraum.

Rund 30 Winterlinden und Traubeneichen wurden am Donnerstag zwischen dem Weiler Wiggwil und dem Dorf Beinwil entlang der Kantonsstrasse gepflanzt. Gegen 60 Schulkinder, Lehrpersonen sowie zusätzliche Helfer packten kräftig mit an, sodass die Baumreihe innert weniger Stunden aufgerichtet war. «Die jungen Menschen sind unsere Zukunft, ihnen sind die Bäume gewidmet», sagt Astrid Gebert von der Interessengemeinschaft «Bäumige Zukunft». «Die Schüler haben im Voraus auf Holzplaketten ihre Namen geschrieben. Jede Schülergruppe ist nun Patin eines Baumes.» Die Schulleitung und Lehrerschaft sei sofort begeistert auf die Idee der IG eingegangen. «Die Kinder wurden von uns über das Projekt informiert und die Lehrer erhielten Unterrichtsideen», erzählt Gebert.

Den Initianten geht es darum, den Lebensraum für Mensch und Tier aufzuwerten. «Grosse Bäume wie Linden und Eichen sind wunderschön und ökologisch äusserst wertvoll, da sie vielen Lebewesen Nahrung und Unterschlupf geben und damit die Biodiversität fördern», stellt Gebert fest. «Ein 80-jähriger Baum produziert an einem Tag so viel Sauerstoff, wie 48 Menschen zum Atmen brauchen. Bäume sind daher auch optimale Treibhausgasbinder.»

Autofahrer verlangsamen das Tempo

Die Vernetzung des Weilers mit dem Dorf Beinwil sei ebenfalls Ziel der Aktion. «Autofahrer fahren langsamer, wenn die Strasse von Bäumen gesäumt wird. Verschiedene Studien belegen das», berichtet Gebert. «Wir wollen hier eine lebenswerte Umgebung schaffen. Und wir wollen einen kleinen Beitrag leisten zur Verbesserung unserer Umwelt.»

Die Landschaft sei zunehmend monoton und steril gestaltet und werde industriell genutzt. Die Artenvielfalt gehe seit Jahrzehnten zurück. «Das Gefühl des Verlustes von Natur überall, aber vor allem auch hier bei uns auf dem Lande hat uns dazu bewogen, etwas zu tun und nicht immer nur zu jammern», betont die engagierte Biologin und Berufsschullehrerin, die schon oft mit Schulklassen Hecken gepflanzt oder Wasserbiotope angelegt hat. So schloss sich die Interessengemeinschaft vor eineinhalb Jahren zusammen. «Wir sind eine pri­vate Gruppe naturverbundener Menschen aus Beinwil.» Neben Astrid Gebert sind Familie Stutzer, Gartenbauer, die Architektin Angie Sachs und der Vermögensverwalter Hans-Mathias Käppeli mit von der Partie. «Mein Mann und ich arbeiten schon seit Jahrzehnten in unserem Naturgarten mit vielen alten Hochstammobstbäumen, Hecken, Magerwiesen und so weiter», erzählt Gebert.

Ein Lindenbaum ziert das Gemeindewappen Beinwils. Das war mit ein Grund, warum gerade dieser Baum von der Interessengemeinschaft für die Baumreihe ausgewählt wurde. «Von der Linde können über 200, von der Traubeneiche gar über 500 verschiedene Insektenarten leben. Von einem exotischen Baum wie zum Beispiel dem Ginkgo jedoch nur gerade zehn», erklärt Gebert. «Jeder Lindenbaum und jede Traubeneiche ist also ein gigantisches Biotop für Insekten und Kleinlebewesen.» Beide heimischen Baumarten seien robust und gut geeignet, um der zunehmenden Klimaerwärmung standzuhalten. «Linden sind nicht nur Bienenweiden par excellence, sie haben auch eine historische und kulturelle Bedeutung. Früher setzte man für jedes neugeborene Mädchen eine Linde, für jeden Knaben eine Eiche.»

Für das Projekt wurden junge Bäume ausgewählt, die sich noch gut verwurzeln und an ihre Umgebung anpassen können. Sie werden in den nächsten fünf Jahren von den Mitgliedern der IG aufgeastet und gepflegt, damit sie für den Strassenverkehr kein Hindernis darstellen. Nach fünf Jahren übernimmt die Gemeinde Beinwil den Unterhalt der Bäume. Finanziert wird das Projekt durch den Fonds Landschaft Schweiz, den Kanton Aargau und die Mitglieder der Interessengemeinschaft. «Natürlich hoffen wir auch auf Baumsponsoren», so Astrid Gebert. Die IG will ihre Arbeit fortsetzen. «Wir haben weitere Ideen und hoffen natürlich auf wohlwollendes Gehör seitens der Gemeinde, der Landwirte und Privater.»

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch


Hinweis

Wer gerne Baumsponsor werden möchte, meldet sich bei Astrid Gebert: Telefon 056 668 23 74, gebert_kaeppeli@bluewin.ch.

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