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BEINWIL: «Man ist vom Wirte-Virus befallen oder nicht»

Das Restaurant Rössli hat einen grossen Auftritt in der Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» hinter sich. Das Wirtepaar Rita und Beat Murer konnte auftrumpfen. Ob es für den Sieg reicht, zeigt sich Ende Woche.
Rita und Beat Murer in der «Rössli»-Gaststube in Beinwil. (Bild: Werner Schelbert (24. Oktober 2017))

Rita und Beat Murer in der «Rössli»-Gaststube in Beinwil. (Bild: Werner Schelbert (24. Oktober 2017))

Angespannt sei sie gewesen, am Montagabend um 18.15 Uhr, sagt Rita Murer (58), Wirtin des «Rösslis» in Beinwil. Zusammen mit vielen Gästen sahen sie und ihr Team sich zum ersten Mal bei «Mini Beiz, dini Beiz» – beim Public Viewing im eigenen Restaurant. Jene Sendung des Schweizer Fernsehens, bei der jeweils fünf Stammgäste fünf Tage lang auf Beizentour in einer Region gehen. Jeder Stammgast stellt sein Lieblingsrestaurant vor. Die Kandidaten bewerten Ambiente, Lokalität und Preis-Leistungs-Verhältnis der Konkurrenz. Der Sieger erhält eine Auszeichnung und 1000 Franken. Das «Rössli» wird von Stammgast Albert Kreyenbühl vertreten – sei er nicht gerade in den Ferien, sei er eigentlich jeden Tag bei ihnen anzutreffen, sagt Rita Murer. Der ideale Stammgast also. «Er hat das wirklich gut gemacht», freut sie sich.

Murer ist mit dem Auftritt ihres Restaurants, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Beat (60) und ihrer Tochter Isabella (28) betreibt, zufrieden: «Wir wurden so gezeigt, wie wir sind.» Will heissen: bodenständig und gutbürgerlich. In der Gaststube dominiert Holz, die klassischen Beizenstühle sind mit Sitzkissen ausgestattet, und die Wirtin tritt im Dirndl auf. «Wir sind kein Fünf-Sterne-Haus und haben keine Gourmetküche», erklärt sie und ergänzt: «Wir sind ein normaler Betrieb für normale Leute.» Das Menu war aber dennoch mehr als 08/15: Auf eine Spinat-Estragon-Suppe folgte Kaninchen-Saltimbocca mit Chnöpfli.

Quereinsteiger und Wirte mit «Leib und Seele»

Auf die Kommentare der Teilnehmer der Sendung sei sie deshalb sehr gespannt gewesen. Lange musste sie darauf warten, denn gedreht wurde bereits Mitte August. «Wir haben nichts mitbekommen und wussten nicht, wie unser Haus bewertet wurde.» Die Sequenzen mit den Kommentaren seien jeweils im stillen Kämmerlein aufgenommen worden. 33 von möglichen 40 Punkten hat das «Rössli» schliesslich erhalten. Ein Ergebnis, mit dem die Wirtin gut leben kann. «Wären es weniger als 30 Punkte gewesen, wäre ich schon enttäuscht», gibt sie zu. Wie sich das Ergebnis nun einordnen lässt, sei schwer zu sagen. Das «Rössli» war als erstes an der Reihe. «Der Montag könnte ein Handicap sein», meint Murer. Immerhin treffen sich die Kandidaten zum ersten Mal und verteilen zum ersten Mal Punkte. Die restlichen Sendungen wird das Wirtepaar auf jeden Fall verfolgen – wenn auch nicht genau zur Ausstrahlungszeit. Denn dann arbeiten die Murers selber.

Sie sind Quereinsteiger, wirten aber mit Leib und Seele, wie die 58-Jährige versichert. Seit 1999 sind sie als selbstständige Gastgeber tätig, zwischendurch haben sie eine dreijährige Pause eingelegt. «Man ist entweder vom Wirte-Virus befallen oder nicht», erklärt Rita Murer. Sie und ihr Mann seien es definitiv, das sei ihnen während der Wirte-Pause klar geworden. 2014 übernahmen sie mit dem «Rössli» schliesslich ein Restaurant in dem Dorf, in dem sie auch wohnen. «Es war wie ein Nachhausekommen, und hier werden wir wohl auch noch eine Zeit lang bleiben.» Umso schöner sei es, dass auch die Tochter eingestiegen ist. In Zukunft werden die drei vielleicht noch mehr zu tun haben. Immerhin ist das «Rössli» jetzt schweizweit bekannt. Ob das so ist oder nicht, werde sich zeigen, mitmachen bei der Sendung würden die Murers aber sofort wieder: «Es war eine tolle Erfahrung, das Kamerateam war sehr nett, und wir hatten die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken.»

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Hinweis

«Mini Beiz, dini Beiz» mit Aargauer Restaurants läuft bis am Freitag jeweils um 18.15 Uhr auf SRF 1.

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