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Bereits sechs tödliche Unfälle in den Zentralschweizer Bergen

Die Wandersaison ist noch jung. Dennoch sind seit Ende Mai bereits sechs Personen in den Zentralschweizer Bergen ums Leben gekommen. Der Kleine Mythen im Kanton Schwyz hat heuer bereits drei Todesopfer gefordert.
Chiara Stäheli
Am Kleinen Mythen - links im Bild - sind diesen Sommer bereits drei Berggänger tödlich verunglückt. (Bild: Beckenried/Rüttenen)

Am Kleinen Mythen - links im Bild - sind diesen Sommer bereits drei Berggänger tödlich verunglückt. (Bild: Beckenried/Rüttenen)

Der Sommer – und damit die Wandersaison – ist in vollem Gange. Das sonnige Wetter zieht Herr und Frau Schweizer in die Berge. Unweigerlich mit dem Wandervergnügen verbunden sind aber auch die Bergunfälle: Bereits sechs Berggänger sind seit Ende Mai in der Zentralschweiz tödlich verunglückt, zudem zog sich eine Person lebensbedrohliche Verletzungen zu.

Im vergangenen Jahr kamen beim Bergwandern in der Zentralschweiz zwölf Personen durch einen Absturz ums Leben. Die Bilanz zeigt mit sechs Toten innerhalb von weniger als zwei Monaten ein entsprechend düsteres Bild. Diese Zahlen sind insbesondere deshalb erstaunlich, weil heuer der Schnee besonders lange liegen blieb und noch bis Ende Mai Schneefälle in den Bergen an der Tagesordnung waren. Gemäss Meteo Schweiz war es der kühlste Mai seit dreissig Jahren. Daher ging die Wandersaison vielerorts erst im Juni so richtig los. Und der August, in dem gemäss Bergnotfallstatistiken der vergangenen Jahre jeweils am meisten Todesfälle in den Bergen zu verzeichnen sind, steht erst noch bevor.

Steinschlag und körperliches Versagen

Warum Personen beim Wandern verunglücken, dafür gibt es laut Kurt Schmid, Präsident der Alpinen Rettung Zentralschweiz (ARZ), viele verschiedene Gründe: «Es gibt witterungsbedingte Gefahren – dazu zählen zum Beispiel Steinschläge, die oft im Frühsommer entstehen, wenn sich das Gestein wieder erwärmt. Hinzu kommt in vielen Fällen, dass sich die Berggänger überschätzen.» Nicht zuletzt sei häufig körperliches Versagen Ursache für Bergunglücke.

Die Historie der diesjährigen Wanderunfälle zeigt, dass besonders der Kleine Mythen im Kanton Schwyz für Berggänger zur Gefahr werden kann. Dort stürzte am 26. Mai ein 34-jähriger Mann am Haggenspitz im nördlichen Teil des Mythengebiets in die Tiefe. Nur wenige Tage später ereignete sich an der selben Stelle ein weiterer tödlicher Unfall, bei dem ein 48-jähriger Mann ums Leben kam. Die Unglücksserie am Kleinen Mythen setzte sich Anfang Juli mit dem Tod einer 37-jährigen Berggängerin fort. «Die drei schweren Unfälle am Kleinen Mythen sind in der Tat ausserordentlich», sagt denn auch Florian Grossmann von der Kantonspolizei Schwyz. Im vergangenen Jahr gab es am Kleinen Mythen keinen tödlichen Unfall.

Der Kleine Mythen ist ein Kletterberg

«Der Mythen wird als Wanderberg unterschätzt», ist ARZ-Präsident Kurt Schmid überzeugt. «Das Gelände ist alpin und Klettererfahrung ist zur Besteigung zwingend.» Er empfiehlt unerfahrenen oder unsicheren Berggängern, den Kleinen Mythen nur mit einem Tourenleiter oder Bergführer zu besteigen. Zudem sei es wichtig, immer mindestens zu zweit unterwegs zu sein, um im Notfall sofort Hilfe rufen zu können. Diese Meinung teilt auch Ueli Mosimann. Er ist verantwortlich für die Sicherheit im Bergsport beim Schweizer Alpenclub (SAC). Dieser setzt primär auf Prävention: «Der SAC macht im Bereich der Unfallverhütung sehr viel. Er veranstaltet Kurse, verfasst Merkblätter und spricht Empfehlungen aus», erklärt Mosimann. Ob sich die Berggänger an diese halten, darauf habe der SAC dann jedoch keinen Einfluss mehr.

Die drei weiteren tödlichen Unfälle ereigneten sich in den Kantonen Uri und Obwalden. Am 21. Juni zog sich ein 23-jähriger Mann im Gebiet Surenen bei Attinghausen bei einem Sturz tödliche Verletzungen zu. In Lungern verstarb am 12. Juli eine 72-jährige Luzernerin. Sie war Teil einer Gruppe, die auf einer geführten Wanderung im Gebiet Feldmoos unterwegs war. Wenige Tage später verunglückte ein 66-jähriger Wanderer im Gebiet Walenstock bei Engelberg.

Hinweis: Weitere Informationen zur Sicherheit am Berg finden Sie hier.

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