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BERGBAHNEN: Mit dem GA auf den Berg: Hier ist es gratis

Besitzer eines GA können kostenlos auf die Klewenalp. Das bieten nur wenige Bahnen in der Region an – aus simplen Gründen.
Niels Jost
Mit dem GA auf dem Swiss Pass ist die Fahrt auf die Klewenalp gratis. Im Bild: Sepp Odermattt, Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG, mit einem vergrösserten Swiss Pass. (Bild Boris Bürgisser)

Mit dem GA auf dem Swiss Pass ist die Fahrt auf die Klewenalp gratis. Im Bild: Sepp Odermattt, Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG, mit einem vergrösserten Swiss Pass. (Bild Boris Bürgisser)

Seit Anfang Juni heisst es für Besitzer eines Generalabonnements (GA): freie Fahrt mit den beiden Bahnen auf die Nidwaldner Klewenalp und die Stockhütte. Bislang kostete die GA-Besitzer eine Fahrt auf die Klewenalp 19.50 Franken, auf die Stockhütte 15 Franken – das GA war damit gleichgestellt mit dem Halbtaxabonnement. Diese bisherige Vergünstigung kennen viele der Bergbahnen in der Zentralschweiz.

Klar ist: Das neue Angebot ist zwar für GA-Kunden gratis, soll sich für die Klewenalp aber auszahlen. «Das Angebot ist lukrativ, sonst hätten wir diesen Schritt nicht gewagt», sagt Sepp Odermatt, Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG, auf Anfrage.

450 000 potenzielle Kunden

Denn mit dem Angebot spricht man schweizweit rund 450 000 potenzielle Kunden an, die ein GA besitzen. «Wir erhoffen uns mehr Gäste – insbesondere im Sommer», sagt Odermatt. Letztes Jahr beförderten die Bergbahnen knapp 281 000 Personen auf die Klewenalp und 171 000 auf die Stockhütte. Im Schnitt sind das wöchentlich gut 5400 (Klewenalp) und 3300 Personen (Stockhütte). Odermatt: «Das Angebot zielt vor allem auf Personen, die wandern gehen oder auch im Winter kurz an die Sonne wollen. Diese zusätzlichen Kunden sollen in den Restaurants etwas konsumieren. Somit schliesst sich die Wertschöpfungskette.» Zwei Gastrobetriebe gehören genauso wie die beiden Bergbahnen Beckenried-Klewenalp und Emmetten-Stockhütte zur Unternehmung. Auf die Skitageskarte im Winter hat das neue Angebot keine Auswirkungen. Diese kostet für Erwachsene nach wie vor 51 Franken.

Wie viele zusätzliche Kunden dereinst den Weg auf die 1600 Meter über Meer gelegene Klewenalp finden, kann Odermatt noch nicht sagen. Eine erste Bilanz könne man im November ziehen. Man habe sich aber auf die Erfahrungszahlen anderer Bergbahnen gestützt, mit denen GA-Besitzer ebenso gratis fahren.

Rigi: «Hat sich ausgezahlt»

Zum Beispiel auf die Erfahrungen der Rigi. Seit Ende 2009 gilt dort freie Fahrt mit dem GA. Seither ist die Anzahl Kunden um knapp 43 Prozent auf 785 000 pro Jahr angestiegen. Die Zunahme könne man allerdings nicht alleine auf das GA zurückführen, sagt Marketingleiter Roger Joss. Auch die Akzeptanz des Swiss Travel Pass oder die Erweiterung des Angebots spielten eine Rolle. «Was wir allerdings seit Ende 2009 feststellen, ist, dass an bewölkten oder regnerischen Tagen bessere Auslastungen erzielt werden», so Joss. Dass auch neue Kunden dank des GA angezogen wurden, davon ist laut Joss auszugehen. Er bilanziert deshalb: «Der strategische Entscheid hat sich ausgezahlt.»

Mit dem Generalabonnement reist man etwa auch auf das Wirzweli oder den Stoos gratis. Diese Bergbahnen gehören jedoch zur Erschliessung der dortigen Wohnsiedlungen. Zudem gibt es weitere kleinere Bahnen, bei denen das GA ebenso zählt.

Geld aus dem GA-Topf

Mit dem Ausbau des Angebots hofft Sepp Odermatt von der Klewenalp, dass weitere Personen auf das GA umsteigen. Dafür erhalten die Bergbahnen – künftig auch die Klewenalp – Geld aus dem GA-Topf. Nach einem Verteilschlüssel werden alle Einkünfte des 3655 Franken teuren Abonnements auf sämtliche Unternehmen aufgeteilt, die das GA akzeptieren. Wie hoch der Betrag für die Klewenalp ausfallen wird, ist erst Ende Jahr bekannt.

Pilatus hätte zu wenig Kapazitäten

Laut Odermatt hebt das neue Angebot die Klewenalp von der umliegenden Konkurrenz ab. Tatsächlich: Weder aufs Stanserhorn noch auf die Melchsee-Frutt, noch auf den Pilatus oder den Titlis kommt man mit dem GA gratis hoch.

Bei den Pilatus-Bergbahnen nimmt man das neue Angebot der Konkurrenz zur Kenntnis. «Es ist durchaus möglich, dass uns die Klewenalp damit Kunden wegschnappt», sagt Marketingleiter Tobias Thut auf Anfrage. Denn wie auch bei der Klewenalp kommen die meisten Kunden, die auf den Pilatus fahren, aus der Umgebung. Das Gratisangebot ebenfalls einzuführen, kommt laut Thut nicht in Frage. «Unsere Kapazitäten reichen vor allem an Spitzentagen nicht aus, um viele zusätzliche Kunden auf den Pilatus zu befördern. Wir beschränken uns lieber auf zeitlich begrenzte Aktionen.»

Auch auf das Stanserhorn könne man nicht noch mehr Personen transportieren, sagt Marketingleiterin Fabienne Huber. Die Kapazitätsgrenze liegt bei 200 Personen pro Stunde. «Wir legen den Fokus auf Qualität, nicht Quantität.» Es sei nicht geplant, das Gratis-GA-Angebot einzuführen. Bei der Melchsee-Frutt steht das ebenfalls nicht zur Debatte. Daniel Dommann, Geschäftsführer ad interim, sagt: «Als Betreiber der Sportbahnen verdienen wir unser Geld ausschliesslich mit Transportleistungen.» Zudem fokussiere sich das Angebot mit speziellen Tarifen auf Familien. Halbtax- und GA-Besitzer erhalten so Vergünstigungen. Dennoch: Eine gewisse Verlagerung der Kunden könne es geben. «Die meisten Kunden, die aus der Zentralschweiz stammen, suchen aber auch die Abwechslung. Dazu hat unsere Region ein sehr grosses Angebot.»

Niels Jost

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