BERGTOTE: Wandern: Ein Fehltritt ins Verderben

Die Wandersaison ist in vollem Gang. Aber Vorsicht: Die meisten tödlichen Unfälle passieren nicht im Hochgebirge, sondern im beschaulichen Gebiet.

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Einsatz der Rega am 31. Juli im Grimselgebiet: Eine verletzte Berggängerin wird gerettet. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Einsatz der Rega am 31. Juli im Grimselgebiet: Eine verletzte Berggängerin wird gerettet. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Möglicherweise wars ein Fehltritt, der einem Bergwanderer am Freitag zum Verhängnis wurde. Der Mann war von Engelberg zu einer Wanderung zum Hutstock aufgebrochen. Dabei kam der 65-jährige Deutsche vom Weg ab und stürzte über eine Felswand – und zog sich tödliche Verletzungen zu.

Ein anderer Bergwanderer war am Sonntag vor einer Woche am Pilatus ums Leben gekommen. Im Gebiet Widderfeld/Tomlishorn stürzte der 78-jährige Mann rund 200 Meter in die Tiefe.

Die meisten Opfer verunglücken auf einfachen Bergwegen
Diese beiden jüngsten tragischen Unfälle sind längst nicht die einzigen, die sich in den vergangenen Jahren in einem der bekannten Zentralschweizer Wandergebiete ereignet haben. Vier Tote am Pilatus, sechs an den beiden Mythen, fünf an der Rigi und zwei am Stanserhorn: Diese Zahlen finden sich in der Statistik des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) und betreffen den Zeitraum zwischen 1998 und 2007.

Zu den Unfallursachen auf der Rigi, am Stanserhorn und am Pilatus sagt Ueli Mosimann, zuständig für Sicherheit im Bergsport beim SAC: «Die meisten Opfer verunglückten, weil sie auf eher einfachen Bergwegen stolperten und danach abstürzten.» Anders zeigt sich die Situation am Kleinen Mythen. Mosimann: «Das Gelände dort ist sehr anspruchsvoll. Die Ursache für die Unfälle dürfte hier eher in der Überforderung der Bergwanderer liegen.»

«Die Leute neigen dazu, sich zu überschätzen»
Toni Tschümperlin ist Rettungschef der SAC-Sektion Mythen. Er stellt fest, dass sich das Verhalten der Berggänger verändert hat. «Die Leute sind unvorsichtiger geworden und neigen dazu, sich zu überschätzen.» Im Gegensatz zu den Unfällen im hochalpinen Terrain, wo 80 Prozent der tödlichen Unfälle ausländische Alpinisten betreffen, handelt es sich bei den Opfern in den Voralpen mehrheitlich um Schweizer.

Thomas Heer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.