Berlusconi, Guttenberg und der Stöhnblock

Er gehört zu den absoluten Highlights der Innerschwyzer Fasnacht: der Brunner Bänkli-Abig.

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Gucki Schnüffelloch alias Martin Detterbeck. (Bild: Daniela Bellandi)

Gucki Schnüffelloch alias Martin Detterbeck. (Bild: Daniela Bellandi)

Am Samstag waren die Schnitzelbänklerinnen und -bänkler zum 12. Mal in den Dorfbeizen unterwegs und berichteten scharfzüngig, was sie während des vergangenen Jahres alles so beschäftigt hat. Immer wieder waren Berlusconi und seine Sex-Affären, zu Guttenberg und Ghadhafi, das Bistum Chur oder das Rauchverbot in den Beizen ein Thema. Lokal ging es vor allem um das Schwyzer Kantonsbudget, den FC Ingenbohl, den roten Bach von Schwyz oder den Stöhnblock, in dem Padi Bernhard wohnt.

Bild: Daniela Bellandi/Neue SZ
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In vollen Restaurants liess sich das Publikum kulinarisch verwöhnen und genoss die neun Bänkli, die von Lokal zu Lokal zogen. Im mittelalterlich dekorierten Restaurant Des Alpes beispielsweise, hielten sich die Gäste zeitweise richtig die Bäuche vor lauter Lachen. Eine waschechte Baslerin, die den Abend dort miterlebte, sagte mit Überzeugung: «Diese Schnitzelbänke sind auf einem sehr hohen Niveau. Sie müssen sich auf gar keinen Fall hinter den Baslern verstecken.»

Oscar für Franz

Alle Bänkli wurden mit riesigem Applaus belohnt. Einige stechen jedoch immer wieder heraus: So zum Beispiel s Chlepfschiit Heidi alias Josias Clavadetscher und ihr Mann der Franz (Charlotte Clavadetscher). Gäbe es einen Oscar für die beste Nebenrolle zu verteilen, so hätte der Franz diesen verdient. In seiner äusserst bescheidenen Art sorgt er nämlich immer dafür, dass s Chepfschiit so richtig loslegen kann.

Neben den professionellen Bildern des Central-Bänklis waren auch diejenigen von Gucki Schnüffelloch wieder ein besonderer Hingucker. Seit drei Jahren werden sie von Housi Denz gemalt. Der gebürtige Berner Künstler, der Brunnen als seine Wahlheimat bezeichnet, erntete einmal mehr viele Komplimente dafür.

Die schrägsten Sprüche, oder besser gesagt Zwischensprüche, wurden von den Aufschneiders serviert. Als Affen verkleidet gingen Sonja Auf der Maur und Marcello Schneider am ausführlichsten auf das diesjährige Brunner Fasnachtsmotto «vom Affen zum Narr» ein.

Premiere für Nachwuchs

René Inderbitzin feierte als Spitzigs Bliistift seine Premiere am Bänkliabig. Das Showtalent wurde ihm wohl in die Wiege gelegt, denn er ist der Sohn von Moritz Inderbitzin, einer der ganz grossen Brunner Fasnachtspersönlichkeiten. Der 33-Jährige trat selbstsicher und mit viel Charme vors Publikum und entzückte dieses mit seinen spritzigen, geistreichen Versen.

«Ich habe vernommen, dass ein oder zwei Bänkli gesucht werden», erzählt René Inderbitzin. «Da hab ich mich kurzerhand gemeldet.» Ihm sei auch wichtig, dass diese Tradition weitergeführt wird. Das Publikum jedenfalls versetzte der Bänkli-Nachwuchs in helle Begeisterung. Es bleibt zu hoffen, dass sich davon auch andere junge Fasnächtler anstecken lassen.

Daniela Bellandi / Neue SZ

S spitzig Bliistift (René Inderbitzin) in Aktion. (Bild: Daniela Bellandi)

S spitzig Bliistift (René Inderbitzin) in Aktion. (Bild: Daniela Bellandi)