BERUFSSCHULE GOLDAU: 20 Jahre alter Pfusch kostet nun 1 Million

Der Kantonsrat bewilligte letztes Jahr 8,8 Millionen Franken für die Sanierung der Berufsschule Goldau. Dieses Geld wird aber nicht ausreichen.

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Bautechnisch verstärkt werden muss der linke Anbau der Berufsschule Goldau. Zusammen mit dem ganzen Schulgebäude wird er derzeit saniert. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

Bautechnisch verstärkt werden muss der linke Anbau der Berufsschule Goldau. Zusammen mit dem ganzen Schulgebäude wird er derzeit saniert. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

An der Berufsschule Goldau sind die letztes Jahr beschlossenen Sanierungsmassnahmen angelaufen. Vor dem Beginn der Arbeiten hatten sich Fachleute das Gebäude genauer angeschaut. Dabei stiessen sie auf Erstaunliches: Beim 1988 errichteten nördlichen Anbau wurden Teile der Stahlkonstruktion weggelassen. «Es musste festgestellt werden, dass der gesamte Windverband in der Dachfläche gemäss den bestehenden Plänen von 1988 nicht eingebaut worden ist», schreibt dazu jetzt der Regierungsrat.

«Zur selben Erkenntnis führte die nachträgliche Analyse der durch den Sturm ?Lothar? entstandenen erheblichen Schäden.» Beim Windverband handelt es sich um Verstrebungen in der Stahlkonstruktion, laut Regierung «um eine elementare Tragstruktur des Gebäudes gegen horizontal wirkende Kräfte wie Wind und Erdbeben». Die Sicherheit sei klar nicht mehr gegeben, es seien dringend Verstärkungsmassnahmen am Bau notwendig.

Keiner der damals Tätigen mehr da, der Pfusch verjährt
Wer hat da vor 20 Jahren gepfuscht? Dazu Baudirektor Lorenz Bösch: «Das wollen wir mit einem Untersuch herausfinden, den wir gestartet haben.» Fest stehe inzwischen einzig, dass wohl von den damals beim Kanton Tätigen niemand mehr da sei. Und auf die Frage nach einer allfälligen Haftbarkeit beantwortete Departementssekretär Norbert Mettler: «Dies dürfte wegen der Verjährung nicht mehr möglich sein.»

Auf den Pfusch stiess man bei Untersuchungen über die Erdbebensicherheit des Gebäudes. Der Anbau aus dem Jahr 1988 entstand in Leichtbauweise als Stahlskelettbau.  Jetzt soll die gesamte Konstruktion neu verschweisst werden, auch soll ein Windverband nachträglich eingebaut werden. Verstärkungen sind zudem auch am ursprünglichen Bau aus den Sechzigerjahren geplant.

Ausgeführt werden sollen die Verstärkungsarbeiten nächstes Jahr. Der Schulbetrieb müsse laut Fachleuten wegen der ungenügenden Konstruktion nicht eingestellt werden. Alle diese Bauverstärkungen werden 998'000 Franken kosten. Dazu beantragt die Regierung jetzt einen Zusatzkredit.

Bert Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.