BETRUGSFALL: Aufträge für 1,66 Mio. für Henauer Gugler

Die Planungsfirma Henauer Gugler AG ist in Zürich wegen Millionenbetrugs angezeigt. Gibt es auch Unregelmässigkeiten im Kanton Schwyz?

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Die Autobahn A4 im Knonaueramt, hier bei Mettmenstetten. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Die Autobahn A4 im Knonaueramt, hier bei Mettmenstetten. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Die Kantonsräte Michael Stähli, CVP Lachen und Karl Hefti, SVP Pfäffikon, haben am 9. März 2009 eine kleine Anfrage zum Thema eingereicht. Sie wollen unter anderem wissen, ob der Regierungsrat Kenntnis über die Art und das Ausmass der Betrugsfälle im Kanton Zürich hat. In der nun vorliegenden Antwort heisst es, dass Regierungsrat und Baudepartement vor allem über die Medien Kenntnis über das Strafverfahren und über die gemachten Vorwürfe erhalten habe; Details seien ihm nicht bekannt. Die Regierung des Kantons Schwyz wurde nicht von offizieller Seite, den Behörden des Kantons Zürich, informiert. Dem Departementsvorsteher liege jedoch ein Schreiben der Firma Henauer Gubler AG vor, das die Sicht des Delegierten des Verwaltungsrates wiedergibt, wie es weiter heisst.

47 Aufträge seit 1999
Der Henauer Gugler AG wurden seit dem 1. Januar 1999 insgesamt 47 Aufträge mit einer totalen Auftragssumme von zirka 1,661 Mio. Franken erteilt, wie es auf die Frage nach den Anzahl Aufträgen und der damit verbundenen Summe heisst. Der grösste Anteil betrifft die Filiale Schwyz mit 37 vergebenen Aufträgen in einer Gesamthöhe von 1,235 Mio. Franken. Acht Aufträge mit einer Vergabesumme von 412'000 Franken wurden nach Zug vergeben. An die Henauer und Gugler AG Zürich erfolgte die Vergabe von zwei Aufträgen mit einer Gesamtsumme von 14'000 Franken. An den Firmensitz Luzern erfolgten keine Auftragsvergaben.

«Kein Handlungsbedarf»
Schliesslich wollten Stähli und Hefti wissen, ob der Regierungsrat auf Grund der Vorkommnisse im Kanton Zürich Handlungsbedarf bei der Art und Anwendung seiner Controlling-Instrumente sieht? «Aufgrund des heutigen Kenntnisstandes besteht zur Zeit kein Handlungsbedarf», heisst es in der Antwort. Ähnlich sieht man es auch im Kanton Luzern, wo ebenfalls eine Dringliche Anfrage zum Thema eingereicht worden war. Der dortige Kantonsingenieur Fredy Rey sieht beim Controlling keinenen Handlungsbedarf, da es sich bei den Vergaben um Pauschal und Globalverträge handelt. «Hier besteht die Kontrolle darin, dass die Leistungen genau überprüft werden», sagte er Anfang April gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung. 

scd